Stehen wie ein Baum – Qi und innere Kraft wachsen lassen

Neben der Sitz-Meditation gibt es auch noch die Steh-Meditation: Stehen wie ein Baum.

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In dieser Übung wird die Körperhaltung verbessert und sie wirkt wie ein inneres Krafttraining.

Das Stehen wie ein Baum wird in China auch in Krankenhäusern praktiziert. Besonders als Methode zur Behandlung von chronisch Kranken.

Es ist aber nicht nur eine eigenständige Übung. Sie dient auch dem Aufwärmen und der Einstimmung auf einen Kampfsport.

Diese Übung ist eigentlich gedacht für eine Zeitdauer von ein paar Minuten. Engagierte Kampfsportler können diese Übung aber auf bis auf 2 Stunden ausdehnen.

Die Vorteile der Übung Stehen wie ein Baum

Es wird wenig Platz benötigt. Sie einfach hinzustellen ist praktisch überall möglich.

Es müssen keine Bewegungsabläufe gelernt werden.

Man lernt zu stehen, ohne dabei Kraft aufzuwenden.

Der Geist kommt zur Ruhe.

Physische, mentale und emotionale Blockaden werden wahrgenommen und aufgelöst.

Es wird mit der Kraft der inneren Bilder gearbeitet.

Egal wie weit man fortschreitet, es gibt immer noch etwas neues zu entdecken.

 

Im Video (Spieldauer 05:41 Minuten) wird die Übung erklärt.

 

Stehen wie ein Baum – die Haltung

Wie wir sind, so stehen wir.

Unsere Körperhaltung erzählt unsere Geschichte. Unsere Verletzungen, unsere Gewohnheiten, unsere Sozialisierung spiegeln sich in unserer Haltung.

Unsere Körperhaltung ist nicht optimal, kann gar nicht optimal sein. Oft haben sich Fehlhaltungen eingeschlichen, die sogar zu Haltungsschäden führen können.

Dem wirkt die Übung Stehen wie ein Baum entgegen. Es wird eine optimale Körperhaltung eingenommen und in dieser Stellung wird verharrt. Wie bei einer Zen-Meditation wird dann einfach nur noch Losgelassen. Ökonomisch Stehen, Kraft sparend stehen. Nicht stramm stehen, sondern wie eine Wasserpflanze, die in der Strömung hin und her treibt und doch fest verwurzelt ist.

Es gibt viele Anweisungen, die beim Stehen wie ein Baum berücksichtigt werden sollten.

Wir stehen nicht mit durchgedrückten Knien. Es ist eher ein Sitzen in der Luft. Als ob ich mich gerade auf einem Barhocker setzen wollte.

Die Wirbelsäule ist an einem Faden am Himmel aufgehängt. Am Steißbein hängt ein Gewicht und zieht in die andere Richtung.

Das Kinn ist leicht angezogen. So entsteht ein „leerer Nacken“.

Die Zungenspitze drückt gegen den oberen Zahndamm über den Schneidezähnen und schließt so den kleinen Energiekreislauf.

Die Achselhöhlen werden etwas geöffnet, so dass ein Ei darunter passen würde.

Die Arme umschließen einen großen Ball oder einen Baum. (Den Baum umarmen.)

Der Bauch ist entspannt. (Buddha Bauch)

Die Füße schlagen metertiefe Wurzeln.

Der Atem wird tief in den Bauch hinab geschickt.

Und, und, und …

 

Im Video (Spieldauer 10:25 Minuten) wird die Übung demonstriert.

 

Stehen wie ein Baum und die innere Arbeit

Wenn wir uns nicht mehr mit äußeren Bewegungen beschäftigen müssen, können wir uns auf die inneren Prozesse konzentrieren. Außen ruhig aber innen bewegt.

Während ich stehe und nichts mache, höre ich in den Körper hinein. Es geht zunächst nur darum alles zu erfühlen, ohne etwas zu bewerten oder zu verändern.

Mikrobewegungen entspannen den Körper. Blockaden werden erkannt und gelöst.

Die Muskeln werden immer mehr entspannt, die Gelenke öffnen sich.

Die Tiefenmuskulatur wird trainiert und das Bindegewebe.

Die bisherige Anspannung beim Stehen kostete den Körper Energie. Je mehr der Körper lernt, sich zu entspannen, umso mehr kann dieser Prozess umgekehrt werden. Statt Energie zu verlieren wird Energie gesammelt. Es ist eine regelrechte energetische Dusche.

Der Körper wird von einem starren Eisblock zu einer beweglichen Wassersäule und geht schließlich in einen gasförmigen Zustand über.

Die Körperstruktur verbessert sich so allmählich immer mehr.

Es gibt verschiedene Positionen im Stehen, für die unterschiedlichsten Techniken. Dafür werden unterschiedliche Arm- und Beinpositionen eingenommen. Das Üben bestimmter Körperhaltungen hat eine gezielte Wirkung auf die Körperfunktionen.

Gerade das Stehen wie ein Baum fordert regelmäßiges üben. Zunächst sollte man mit 5 Minuten beginnen. Dann sich langsam steigern, um auf eine Stehzeit von mindestens 30 Minuten zu kommen. Dann können neben der Grundposition auch noch andere Positionen eingenommen werden.

Hier mehr Informationen zum Thema: Zhan Zhuang – ansehen beim freien Lexikon Wikipedia

 

Stehen wie ein Baum als Übung für eine Kampfkunst

Die Stehmeditation ist eine Grundlagenübung für die inneren Kampfkünste.

Zunächst ist es für viele nur eine Aufwärm-Übung. Dann aber zeigt sich, wie ernst es jemand mit dem Training meint. Das Üben verbessert das sonstige Training erheblich.

So eingestimmt und gelöst, ist man bestens vorbereitet auf die weiteren Übungen und auf das Laufen der Form.

Das Prinzip der Standmeditation setzt sich in der Bewegungsform fort. Die Tai Chi Form ist das Stehen wie ein Baum in Bewegung.

Die innere Kampfkunst Yiquan beruht ganz darauf. Die Praxis des Stehens, bildet den Kern des Yiquan. Wang Xiangzhai, der Begründer von Yiquan, sagte einmal: „Ihr habt alle diese spektakulären Formen. Ich stehe einfach.“

 

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