Bokken – das Übungsschwert der Samurai lebt bis heute

Der international verbreitete Name Bokken setzt sich zusammen aus den zwei Wörtern „Bo“ und „Ken“.

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Bo = Stock
Ken = Schwert (mit zweischneidiger Klinge)

In Japan selbst wird dieses Holzschwert statt Bokken genannt „Bokuto“.
Boku = Holz
To = Schwert (mit einschneidiger Klinge)

Die alten japanischen Holzschwerter, die bereits vor dem Bokken existierten, wurden genannt „Kidachi“ oder „Kigatana“.

 

Das Video (Spieldauer 07:34) gibt Einblick in einen Workshop in Hannover. Das Thema ist Battoho – Zug und Schlagübungen. Es ist eine gemischte Schülergruppe, von Kindern bis zu Erwachsenen.

 

Die Samurai schufen das Bokken, weil sie es brauchten

Ab dem 14. Jahrhundert entstand in Japan mit den Samurai eine neue Klasse von Berufssoldaten.

Die Samurai organisierten ein systematisches Kampftraining, was es bis dahin nicht gab.

Gleichzeitig legten sich die Samurai eine neue Hauptwaffe zu. Das Katana, ihr bis heute legendäres Schwert.

Dafür entwickelten die Samurai eine neue Schwertkunst (Kenjutsu), die sich auf den Zweikampf konzentrierte. Bis dahin waren Zweikämpfe mit dem Schwert ungewöhnlich.

Zum Unterricht von Kenjutsu entstanden viele Fechtschulen.

Das Üben mit dem Katana erwies sich als nicht praktikabel. Zum einen war die Verletzungsgefahr zu hoch, zum anderen konnte das wertvolle Schwert beim Üben beschädigt werden.

Für das Training wurde eine Katana-Nachbildung aus Holz entwickelt: das Bokken.

Nach einiger Zeit schaffte das Bokken den Sprung von einer Übungswaffe zu einer eigenständigen Waffe.

Durch die immer besser Schwerttechniken, die mit dem Kenjutsu Einzug hielten, konnte auch das Holzschwert als gefährliche Waffe gehandhabt werden.

Geschichten und Legenden machten die Runde, von großen Schwertkämpfern, die nur mit einem Holzschwert ihre Gegner besiegen und sogar töten konnten.

Angeblich sollen Samurai mit einem Holzschwert in den Kampf gezogen sein, wenn sie sich kein Katana leisten konnten.

Zudem hat ein Holzschwert auch Vorteile gegenüber einem stählernen Schwert. Es kann auch als Stock gehandhabt werden, als Schlagstock, zum festhalten oder als Würgeholz.

So entstanden zusätzliche Kampftechniken für das Holzschwert. Reine Bokken Techniken wurden zu einer Mischung aus Schwerttechniken und Stocktechniken.

Der Niedergang des Bokken

Die Kriegerkaste der Samurai verschwand. Das Ende des Feudalismus und der Siegeszug der Feuerwaffen machten sie überflüssig.

Die japanischen Kampfkünste wandelten sich in Kampfsportarten. In den Schwertkünsten bedeutete dies, aus Kenjutsu wurde Kendo.

Im Sportfechten war das Bokken nicht mehr gefragt. Jetzt musste niemand mehr wirklich geschlagen werden. Es reichte, die Treffer zu zählen.

Das schwere und harte Holzschwert wurde abgelöst durch das leichte und flexible Bambusschwert.

Für das Bokken kam das Shinai.

Das alte Holzschwert der Samurai überlebte nur noch in Nischen. Beim Üben von Iaido oder bei den Traditionalisten, die weiterhin Kenjutsu praktizierten.

 

Im Video (Spieldauer 01:36 Minuten) wird ein spezielles Holzschwert vorgestellt. Es ist ein Bokken in einer Ninjaversion. Es werden Techniken gezeigt, die damit ausgeführt werden können.

 

Die Wiedergeburt des Bokken

Einer der ersten, die das Holzschwert wiederentdeckten, war Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido.

Die Ideen für seinen Kampfsport bezog Morihei Ueshiba aus den Bewegungen der alten japanischen Waffentechniken.

Er entdeckte, dass sich die Bewegungen mit den Waffen sehr gut in Handtechniken umwandeln ließen.

Beispielsweise sind sich ein Schwerthieb und ein Handkantenschlag sehr ähnlich.

Übungen mit einem Schwert kräftigen die Muskeln, machen die Hüfte beweglich und lehren das Ausweichen. Das Distanzgefühl wird verbessert.

So entstanden im Aikido Schwerttechniken, die mit dem Holzschwert ausgeführt werden und zum Ziel haben, die Handtechniken zu verbessern.

Übungen mit dem Bokken wurden neben Aikido auch in andere Kampfsportarten übernommen (Judo, Kempo, Karate).

So wurde das Übungsschwert der Samurai wieder populär, wenn auch für ein ganz anderes Ziel.

 

Material und Modelle

Das Holzschwert muss wegen der Beanspruchung in den Zweikämpfen sehr hart und widerstandsfähig sein.

Das original japanische Bokken wird meist aus japanischer Weißeiche und Roteiche gefertigt.

Wegen ihres günstigeren Preises sind heute auch Modelle beliebt aus taiwanesischer Weißeiche und Roteiche.

Ebenfalls sehr beliebt sind Modelle aus nordamerikanischem Hickory-Holz, aus dem auch Baseballschläger gefertigt werden.

Daneben gibt es viele preiswerte Angebote aus billigen Holzsorten. Genauso aber auch teure Modelle aus ganz exotischen Hölzern.

Inzwischen werden auch Bokken aus Kunststoff angeboten. Das hat auch seine Vorteile, nicht nur den Preis betreffend. Allerdings lehnen es viele Kampfsportler ab, ein Kunststoffschwert in die Hand zu nehmen, das übersetzt den Namen „Holzschwert“ trägt.
Das sehen aber nicht alle so. Zum Üben der Partnerformen im Iaido beispielsweise wird das Kunststoff-Bokken immer beliebter.

Daneben sind auch viele Spezialmodelle im Angebot, die für verschiedene Anforderungen konzipiert sind. Sehr schwere Schwerter, mit denen die Armmuskulatur gekräftigt werden soll. Holzschwerter mit einer Hohlkehle, die in der Luft ein zischendes Geräusch abgeben und so bestätigen können, ob der Schnitt richtig ausgeführt wurde.

Nicht zu vergessen eine große Zahl von Kampfsportlern, die sich ihr Bokken lieber selber basteln als eines zu kaufen.

Hier weitere Informationen zum Thema: Bokuto ( B o k k e n ) – beim freien Lexikon Wikipedia

Hier zu einer Pdf-Broschüre: Der Ursprung des B o k k e n

 

 

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Im Buch „BOKKEN : … das Holzschwert der Samurai.“ wird die Geschichte des Holzschwerts beschrieben. Die grundlegenden Techniken. Die Partnerübungen

 

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