Hojo Jutsu – die Samurai Technik zum Fesseln mit einem Seil

Hojo Jutsu ist eine Kunst aus Japan, die so in keiner anderen Kultur entstanden ist. Hier treffen sich die Kampftradition und die japanische Liebe zum Verpacken.

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Eisenerz kommt in Japan nur in sehr schlechter Qualität vor. Wo in anderen Ländern die Gefangenen mit Handschellen, Fußeisen und Ketten festgehalten wurden, da bedienten sich die Samurai eines Seils.

Die Wertschätzung der Japaner für Ordnung und Tradition spiegelt sich auch im Hojo Jutsu wider.

Einige Fesseltechniken wurden auch in die Sexualgewohnheiten der Japaner übernommen und stellen eine Quelle des späteren japanischen Bondage dar. Die Praktiken der erotischen Bondage haben heute das Hojo Jutsu praktisch abgelöst.

 

Im Video „Hojojutsu Double Back Cuff „ (Spieldauer 00:55 Minuten) wird eine Technik vorgestellt. Eine Fesselung aus dem Kampf heraus. Die Hände werden dabei hinter den Rücken gebracht.

 

Das Seil macht die Techniken aus dem Hojo Jutsu erst nötig

Die Samurai benutzen zwangsweise ein Seil, um ihre Gefangenen zu fesseln. Die Eisenerzvorkommen in Japan sind gering und haben auch noch eine schlechte Qualität. Darum waren Eisenfesseln in Japan nicht üblich.

Nun hat ein Seil zur Fesselung große Nachteile. Sobald ein oder mehrere Gefangene allein gelassen werden, können sie das Seil durchtrennen oder durchwetzen.

Also entwickelten die Samurai komplizierte Fesselungstechniken. Dazu gehörten Schlingen um den Hals, mit denen die Blockierung der Arme unterstützt wird. Ebenso Knoten, die auf Gelenke, Blutgefäße und Nerven drücken. Der Gefangene wurde so verpackt, dass er sich gar nicht mehr wehren wollte.

Diese Techniken waren von Schule zu Schule unterschiedlich. Sie wurden geheim gehalten. Es wurde darauf geachtet, dass der Gefangene bei der Fesslung die Techniken nicht zu sehen bekam. Wenn ein Gefangener übergeben wurde, dann wurde er zuvor noch einmal neu gefesselt. Damit dandere nicht lernen konnten, sich aus einer solchen Fesselung zu befreien.

 

Der Name: Hojo Jutsu

Ho = greifen, fangen

Jo = Seil

Jutsu = Technik, Kunst

Statt der Bezeichnung „Hojo Jutsu“ gibt es auch noch die Bezeichnung „Torinawa Jutsu“. Es sind nur unterschiedliche Aussprachen für ein und dasselbe japanische Wort.

 

Hojo Jutsu eine Methode der Samurai und der Polizei

Hojo Jutsu wurde entwickelt von den Samurai, um Gefangene auf dem Schlachtfeld unblutig kampfunfähig machen zu können und an der Flucht zu hindern.

So konnten überhaupt erst Gefangene am Leben gelassen werden. Wichtige Gefangene konnten ausgetauscht werden.

Im Laufe der Zeit wechselte die Verwendung der Seilfesselung vom Schlachtfeld in der Strafverfolgung.

Einige Samurai wurden auch als Polizeibeamte eingesetzt. Dafür erwies sich Hojo Jutsu als besonders nützlich. So wurde es zu einer Polizeitechnik.

Die Polizisten führten damals so selbstverständlich ein Seil mit sich, wie heute Polizisten ihre Handschellen.

 

Hojo Jutsu Fesselungstechniken. Im Video (Spieldauer 04:36 Minuten) werden Fesselungstechniken mit einem Strick und mit einem Gürtel gezeigt. Demonstriert während eines Seminars in einem Trainingsraum. Die Sprache ist Englisch.

 

Die Techniken im Hojo Jutsu

Hojo Jutsu war Bestandteil der Kampfausbildung der Samurai. Praktisch jede Kampfschule vermittelte solche Techniken. Es war einfach eine alltägliche Notwendigkeit.

Die ersten Techniken im Hojo Jutsu haben noch nichts mit dem Seil zu tun. Zunächst muss ein Gegner überwältigt, entwaffnet und am Boden unter Kontrolle gebracht werden.

Dann beginnt die Fesselung, die am besten von einem Mitstreiter durchgeführt wird. Je schneller die Fesselung erfolgt, umso größer sind die Erfolgschancen.

Für die erste Fesselung gibt es das „schnelle Seil“. So ein kurzes Seil hatte ein Samurai immer zur Hand.

Dann beginnt die gründliche Fesselung. Dazu gehörte auch die Kenntnis von der Anatomie des Menschen.

Für die verschiedensten Techniken gab es Seile in unterschiedlichen Längen, Dicken und aus unterschiedlichen Materialien wie Hanf, Leinen oder Seide.

Die Techniken im Hojo Jutsu zielten darauf ab, den Gefangenen unter Kontrolle zu halten, ohne ihn körperlich oder geistig zu quälen. Für die Krieger war dies Ehrensache.

Allerdings gab es auch spezielle Foltertechniken mit dem Seil. Wenn man aus einem Gefangenen Informationen herausholen wollte oder wenn er etwas gestehen sollte.

 

Soziale Einordnung und Ästhetik mit dem Seil

Ein Gefangener wurde nicht nur gefesselt, er wurde regelrecht verpackt.

Beim Hojo Jutsu achteten die Samurai neben einer effektiven Fesselung auch immer auf Ästhetik. Die Art der Fesselung zeigt den Respekt gegenüber einem Gegner.

Die Gefangenen wurden mit der Fesselung nach ihrer sozialen Herkunft eingestuft.

So wurde ein Samurai anders behandelt als ein Bauer. Eine Frau anders als ein Mann. Ein angeklagter Gefangener wurde anders gefesselt als ein verurteilter Gefangener.

Es gab sogar unterschiedliche Fesselungen je nach Berufsgruppe.

Zur genaueren Differenzierung gab es zeitweise auch Seile in unterschiedlichen Farben.

Hier weitere Informationen zum Thema H o j o j u t s u – beim freien Lexikon Wikipedia

 

 

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Im Buch „Hojo Jutsu – Fesselungstechniken in der japanischen Kampfkunst: Binde-, Transport-, Kampf- und Foltertechniken.“ wird erklärt, warum diese Techniken entstanden sind. Wie läuft ein Training ab? Wie müssen die Seile behandelt werden?

 

 

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