Katana – das legendäre Schwert der Samurai

Das Katana ist mehr als nur irgendein Schwert aus Japan. Es ist ein Symbol für die Samurai, für die japanischen Kampfkünste, für die Wehrhaftigkeit des Landes und für Japan überhaupt.

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Im Katana vereinen sich Tradition und Technologie mit der Kunst.

Der Samurai trug sein Katana immer bei sich. Es galt als die Seele des Samurai. Es wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Es zu verlieren war eine nicht wieder gut zu machende Schande.

Diesem Schwert wurde eine spirituelle Kraft nachgesagt.

Die modernen Medien haben das Katana endgültig zum Mythos gemacht. Von der Romantik über die Mangas bis zur Filmindustrie wurde es als das beste Schwert aller Zeiten beschrieben.

Es soll die schärfste Klinge haben, die je von Menschenhand geschaffen wurde. Es hätte Rüstungen und überhaupt Metall zerschneiden können wie Butter. Ein herabfallendes Seidentuch, das auf die liegende Klinge fiel, wurde angeblich in zwei Teile geschnitten. Ja, dieses Schwert wäre unzerstörbar gewesen.

So weit die Legende.

Die Geschichte des Katana

Das Katana war eine Waffe der Samurai. Es war nicht seine einzige Waffe und es war auch nicht sein einziges Schwert, aber es wurde zu seinem Hauptschwert.

Die Entstehung des Katana begann im 15. Jahrhundert, bis es im 17. Jahrhundert seine heutige Form erreichte.

Es war eine Weiterentwicklung des bis dahin gebräuchlichen Langschwertes: dem Tachi.

Die Samurai waren bis zum 15. Jahrhundert berittene Bogenschützen. Ihr Schwert setzten sie nur in Notsituationen ein, vor allem zur Selbstverteidigung. Mit ihrem Langschwert schlugen sie auf Gegner am Boden ein.

Das Langschwert (Tachi) wurde unpraktisch, als die Samurai damit begannen, zu Fuß zu kämpfen.

So wandelte sich das Tachi langsam in das Katana. Aus einem Schwert für das Schlachtfeld wurde ein Schwert für den Zweikampf gegen ungepanzerte Gegner.

Das alte Langschwert wurde leichter und kürzer, wurde aber trotzdem mit zwei Händen geführt.

Wie mit dem Tachi wurde auch mit dem Katana nicht gefochten. Mit dem Katana wurde mehr geschnitten als gehackt. Die nach innen gebogene Schneide blieb erhalten, wenn sie sich die Krümmung auch abschwächte.

Das Katana wurde am Gürtel getragen, immer bereit es zum ziehen. Beim Sitzen lag das Katana immer in Reichweite. Zu Hause wurde es in einen speziellen Ständer gelegt, in dem es stets griffbereit war.

Die Bestellung eines neues Katana war fast so aufwendig wie heute die Bestellung eines neuen Autos. Jede Kleinigkeit wurde vorher genau besprochen und dann individuell gefertigt.

 

Im Video „Making of a katana“ (Spieldauer 13:15 Minuten) wird die Entstehung detailliert gezeigt. Auch die Herstellung der Scheide. Ohne Kommentar aber mit eindrücklichen Bildern.

 

Tausendmal geschmiedet – immer noch nicht genug

Zum Mythos des Katana hat der langwierige Schmiedevorgang beigetragen, der sich über Wochen hinziehen kann.

Das Schmieden ist ein Ritual, in dem eine über die Jahrhunderte gereifte Technologie bewahrt wird. Es beginnt nicht einfach nur ein Herstellungsprozess, es ist eine heilige Handlung.

Das Schmieden beginnt mit einer rituellen Reinigung und einem Gebet.

Dann muss erst einmal schlechtes Eisen zu guten Stahl gemacht werden.

In Japan gibt es nur Vorkommen an stark verunreinigtem Eisenerz in Form von Eisensand.

Dieser Eisensand wird in einem kleinen Schmelzofen zu Eisenklumpen geschmolzen.

Aus diesen Eisenklumpen ließ sich mit den damaligen technischen Möglichkeiten kaum ein hochwertiger Stahl herstellen. Das ist auch der Grund, warum es in Japan keine Kettenhemden gab und keine eisernen Rüstungen.

Die Schmiede hatten aber gelernt, hochwertige Schwerter herzustellen. Dafür hatten sie eine spezielle Falttechnik entwickelt.

Zunächst wurden die Eisenklumpen zu einem Barren geschmiedet. Dann wurde dieser Barren mit dem Hammer gefaltet und noch einmal geschmiedet. Dann wurde wieder gefaltet und wieder geschmiedet.

Mit jeder Faltung wird der Kohlenstoff im Eisen gleichmäßiger verteilt und Verunreinigungen werden beseitigt.

Es wird so lange immer wieder gefaltet, bis der Stahl die angestrebte Qualität hat.

Erst dann wird die eigentliche Klinge geschmiedet.

Die typische Krümmung des Katana entsteht erst ganz zum Schluss beim Härten.

Noch heute muss ein Schwert von Hand geschmiedet sein, das den Namen „Katana“ tragen darf. So will es das japanischen Gesetz.

So bleibt diese Schmiedekunst erhalten.

 

Mit dem Schwert spielen. Im Video (Spieldauer 05:01 Minuten) zeigt und erklärt ein junger Mann, wie das Samuraischwert auch gehandhabt werden kann. Wie können Spins aussehen, dass sie aussehen wie Schnitte? Wie geht ein Handwechsel auf dem Rücken?

 

Reinigung und Pflege eines Katana hören nie auf

Nach dem Schmieden ist das Katana noch längst nicht fertig. Jetzt wird noch bis zu 120 Stunden von Hand geschliffen und poliert.

Es stimmt nicht, dass das Katana durch das Schleifen eine einzigartige Schärfe bekommt. Aber es wird sehr scharf und es verstärkt die Ästhetik des Schwertes.

Die zahlreichen hauchdünnen „Lagen“ des Stahls werden auf der Klingenoberfläche sichtbar.

Auch beim fertigen Schwert hört die Pflege nie auf. Das beginnt beim Umgang mit dem Schwert.

Der Katanabesitzer muss wissen, wie er sein Schwert korrekt aus der Scheide zieht und wie er es ablegt. Immer mit der Schneide nach oben.

Aufbewahrt wird das Katana in einer speziellen Holzmontur.

Das Katana sollte mindestens alle drei Monate gepflegt werden. Ebenso wenn es benutzt oder angefaßt wurde. Das Schwert kann dafür vollständig zerlegt werden.

Für die Reinigung gibt es eine vorgegebene Reihenfolge mit speziellen Utensilien, die zur Schwertausrüstung gehören. Beim Reinigungsvorgang darf die Klinge nicht mit den Händen zu berührt oder auch nur angehaucht werden.

Hier mehr Informationen zum Thema: K a t a n a – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Wird heute mit dem Katana noch trainiert?

Blutige Schwertkämpfe gibt es heute nicht mehr, trotzdem wird die Kunst mit dem Katana noch geübt.

Unter dem Namen Kenjutsu sind alle japanischen Kampfsportarten mit dem Schwert zusammengefasst. Einige davon trainieren bis heute den Umgang mit dem Katana.

– Iaido: Der Zen-Weg mit dem Schwert. Dabei wird gegen einen imaginären Feind gekämpft. In diesem Kampfsport geht es praktisch nur um den perfekten Umgang mit dem Katana.
Iaido – die Kampfkunst mit dem eingeschobenen Schwert

– Aikido: Der pazifistische Kampfsport kennt seine eigenen Schwerttechniken, die unter anderem auch von den Samurai stammen.
Aikido – ein kreisender Körper spricht mit der Angriffsenergie

– Kendo: Der moderne japanische Schwertkampf. Hier werden die alten Techniken in moderner Form gepflegt.

Allerdings wird heute selten das scharfe Katana zum Üben verwendet. Nur noch bei sehr Fortgeschrittenen im Iaido. Geübt wird dem stumpfen Metallschwert (Iaito), dem Holzschwert (Aiki-Ken, Bokken) oder dem Baumbusschwert (Shinai – das Bambusschwert als Waffe des modernen Samurai).

Mit einem Katana zu üben wäre zu gefährlich und auch ein Frevel an dem teuren Schwert.

Es wird vor allem bewahrt.

In Wohnungen und Büros wird das Katana aufgestellt, als Schmuck und um etwas von seiner mythischen Aura verströmen zu lassen.

Alte und besonders schöne Exemplare sind bei Sammlern begehrt. Sie werden klassifiziert und in Katalogen erfasst. In Museen oder auf Ausstellungen sind legendäre Exemplare zu sehen.

 

Gegen das Samuraischwert hatten die japanischen Bauern eine Verteidigungswaffe entwickelt, die Sai Gabeln. Mit diesen zwei kleinen Gabeln konnten sie einem Angreifer das Schwert entreißen und sogar zerbrechen.

 

 

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