Kubotan – ein kleiner Stock als Kraftverstärker für die Faust

Der Kubotan ist zunächst einfach nur ein kurzer Stock, der in eine Handfläche passt.

Der Kubotan ist ein Schlagverstärker, mit dem ich mich auch gegen körperlich überlegene Gegner erfolgreich verteidigen kann.

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Der Kubotan ist eine Modewaffe geworden. Er braucht nicht viel Platz. Er wird in den verschiedensten Ausführungen angeboten. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Selbstverteidigungskurse mit ihm.

Die Idee des Kubotan ist alt. Die Kampfkünstler in Japan sollen so einen Schlagverstärker schon seit tausend Jahren verwenden. Auch auf den Philippinen sind solche Traditionen bekannt.

In den 1970er Jahren wurde diese Waffe für die heutige Zeit populär, als der japanische Großmeister Takayuki Kubota sie wiederentdeckte, angeblich aus dem Okinawa Karate.

 

Die Techniken mit dem Kubotan

Für Kubotan Lehrgänge zur Selbstverteidigung werden einige Vorteile herausgestellt. Die Techniken bräuchten keine Vorkenntnisse oder besondere Fitness. Sie seien effektiv und schnell zu erlernen, weil sie sich auf wenige Techniken beschränken würden.

Gelehrt werden Techniken wie die folgenden.

* Die richtige Handhabung.
Wo wird ein Kubotan getragen. Wie wird er gezogen und gehalten.

* Wo liegen die Druckpunkte.
Wo liegen die besondere empfindlichen Punkte beim Menschen? Mit welchen Schlägen oder Stichen können sie wirkungsvoll getroffen werden? Es sind im Grunde Kenntnisse aus dem Kyusho Jitsu.

* Befreiungstechniken.
Wer festgehalten oder gewürgt wird, der kann sich mit einem Schlag oder einem Stich auf den richtigen Punkt wieder befreien. Der Angreifer wird schon loslassen. Das ist auch eine erfolgversprechende Verteidigung für Menschen, die bereits am Boden liegen.

* Abführ- und Kontrolltechniken.
Dazu werden vor allem Hebeltechniken unterstützt. So können aggressive Personen besser fixiert und abgeführt werden. Ist mehr etwas für Personen aus dem Sicherheitsbereich. Um Hebel erfolgreich anwenden zu können, braucht es schon einige praktische Erfahrung.

 

Kubotan in der Praxis. Im Video (Spieldauer 03:20 Minuten) zeigen und erklären zwei Männer einige Techniken. Wie funktionieren sie in der Praxis? Wann ist die Anwendung sinnvoll und wann nicht? Was sind die kritischen Punkte?

 

Welche Kampfsportarten trainieren mit dem Kubotan

Das Training mit dem Kubotan ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Es war wohl die Nachfrage, die viele Kampfsportschulen dazu gebracht hat, auch Schulungen mit dem Kubotan anzubieten.

Kubotan Techniken werden vor allem in den folgen Kampfsportstilen trainiert.

Kyusho Jitsu

Arnis (Escrima, Kali)

Krav Maga

Jiu Jitsu, Ju-Jutsu

Aikido

Wing Chun

– Karate

– Kung Fu

– Anti-Terror-Kampf (ATK)

– Der Kampfstil „Kubotan no Jitsu“ ist eine moderne Zusammenstellung von Techniken. Es gibt keinen traditionellen Kampfstil, der sich ausschließlich dem Umgang mit dem Kubotan widmet. Auch wenn der Name es suggeriert.

– Vor allem aber werden Selbstverteidigungskurse angeboten, mit dem Kubotan und Alltagsgegenständen.

 

Der Kubotan und seine vielen Varianten

Der Kubotan wird von der Faust umschlossen. Die Enden schauen auf beiden Seiten etwas heraus.

Traditionelle Kubotan waren aus Rattan oder Holz. Heute sind sie eher aus Aluminium, Stahl oder Kunststoff gefertigt.

Eine besondere Ausführung ist der Koppo. Ein Koppo ist ein Kubotan, an dem eine Schlaufe angebracht ist. Zwei mittlere Finger werden durch diese Schlaufe gesteckt, so dass der Stock selbst dann nicht verloren geht, wenn die Hand geöffnet wird. So kann ein Verteidiger wahlweise mit dem Schlagverstärker kämpfen oder auch die Hand zum Greifen benutzen.

Der Kubotan als Schlüsselanhänger ist eines der beliebtesten Modelle. So ist er immer zur Hand. Bei vielen Modellen ist es möglich, diese Waffe schnell vom Schlüsselbund zu entkuppeln.

Einige Ausführungen sind in ihrer Verteidigungsfähigkeit auch noch erweiterbar. Bei ihnen ist beispielsweise ein Pfefferspray integriert oder sie sind eine Kombination aus Kubotan und ausziehbarem Teleskopschlagstock.

Noch dazu können die Kubotan Techniken auch mit vielen anderen Gegenständen ausgeführt werden, die gerade zur Hand sind. Mit einer Taschenlampe, einem Handy oder einem Löffel. Alles Gegenstände, die sicher nicht unter das Waffengesetz fallen, egal in welchem Land. Auch eingeklappte Taschenmesser sind so weniger gefährlich und doch wirkungsvoll.

Taktische Kugelschreiber (Tactical Pen) können unter anderem auch als Kubotan verwendet werden. Auch dafür sind sie gebaut. Außerdem können sie noch ein Touchpad bedienen, sie können im Notfall eine Scheibe einschlagen oder Gurte durchschneiden. Man kann mit ihnen Feuer machen oder sie als Taschenlampe benutzen. Auch so, schreiben können sie auch noch.

Einen Kubotan mitzuführen ist in einem Land verboten und im anderen Land erlaubt. Das hängt natürlich auch davon ab, in welcher Form er daher kommt. In Deutschland werden viele Lehrgänge zur Selbstverteidigung mit dieser Waffe angeboten, weil die Anbieter davon ausgehen, dass der Kubotan in Deutschland nicht als Waffe gilt. Zu diesen Lehrgängen gehört aber auch eine theoretische Schulung im Notwehrrecht, Waffenrecht und in Erster Hilfe.

 

Modelle für taktische Kugelschreiber. Im Video (Spieldauer 17:34 Minuten) stellt ein Outdoor-Experte verschiedene Tactical Pen Modelle vor. Was sie so alles können. Es wird auch auf rechtliche Fragen eingegangen.

 

Die vielen Namen für den Kubotan

Dieser Selbstverteidigungsstab wurde von vielen Vätern anerkannt und hat dementsprechend auch viele Namen.

– Kubotan
In den 1970er Jahren machte der Japaner Takayuki Kubota diese Waffe wieder bekannt. Als Name für diese Waffe wurde der Name seines Wiederentdeckers verwendet.

– Palmstick
Die englische Bezeichnung „Palm Stick“ bringt seine Eigenschaften auf den Punkt. Palm = Handfläche, Stick = Stock.

– Yawara
Eine alte japanische Waffe aus dem Jiu Jitsu. Es wurde allerdings mit zwei Yawara gekämpft, in jeder Hand eines, und es wurde auch mit ihnen geworfen.

– Dulo y Dulo
Diese Bezeichnung kommt aus der philippinischen Kampfsportart Arnis (Escrima, Kali). Übersetzt bedeutet dieser Name „Doppelspitze“ oder „Zweispitze“.

– Es gibt aber noch eine ganze Reihe weiterer Bezeichnungen: Nervenstock, Selbst-Verteidigungs-Stab (Self Defense Stick), Power Stick, Pocket Stick, Tessen, Persuader, Koga, Kuibushibo, Pasak.

 

Der Kubotan in der Kritik

So viele Anhänger diese Waffe auch hat, er hat auch seine Kritiker. Die bezweifeln vor allem den Wert des Kubotan als Waffe in einer realen Situation der Selbstverteidigung.

Dafür werden folgende Punkte werden angeführt.

– Fehlende Gewaltbereitschaft.
Ich kann zwar einen Kubotan dabei haben, deswegen besitzt ich aber noch lange nicht die Bereitschaft, einen Mitmenschen wirklich damit zu schlagen. Auch wenn der mich angreift. Eine Waffe ist eine neue Dimension der Gewalt, egal wie klein die Waffe ist.

– Kann Kampffähigkeiten nicht ersetzen.
Ich muss erst einmal die Abwehr eines Angreifers durchdringen können. Wenn ich das nicht kann, gibt mir diese Waffe nur ein falsches Gefühl von Sicherheit. Wenn ich es kann, brauche ich den Kubotan nicht. Meine Faust ist dann die Waffe, die ich wirklich immer dabei habe, und ich habe zwei davon.

– Ich schränke meine Selbstverteidigung selbst ein.
Wenn ich eine Waffe dabei habe, dann bin ich auf diese fixiert und übersehe so all die anderen Möglichkeiten, die mir in der konkreten Situation helfen können.

– Die Schläge können wirkungslos sein.
Steht der Angreifer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder Medikamenten, dann spürt er möglicherweise gar keine Schmerzen. Auf Schmerzen beruht aber das Kubotan-Konzept.

– Ich kann ihn gar nicht verwenden.
Ich kann in einem Überraschungsmoment so schnell überwältigt werden, dass ich den Kubotan gar nicht mehr in die Hand bekomme. Oder noch schlimmer. Ich verliere ihn im Kampf und mein Gegner benutzt ihn gegen mich. Eine Gefahr, die bei Waffen immer besteht.

– Nutzen und Verletzungsgefahr stehen in keinem Verhältnis zueinander.
Wie schlimm ist überhaupt der Angriff gegen mich? Ich kann auch mit dieser kleinen Waffe große Verletzungen zufügen. So genau kann ich das gar nicht kontrollieren.

– Viele Techniken sind Praxisfern.
Viele der Techniken, die in einem Selbstverteidigungsseminar gelehrt werden, funktionieren in einem stressigen Straßenkampf nicht. Vielleicht bei erfahrenen Kampfsportlern, aber solche Fähigkeiten besitzen halt nur wenige,

– Die Einbeziehung weiterer Personen.
Zufällig dazu kommende Personen könnten die Situation falsch einschätzen. Der mit der Waffe in der Hand ist immer der Angreifer. Plötzlich könnten sich Fremde gegen mich wenden, weil sie mich für den Angreifer halten.

Hier mehr Informationen zum Thema: K u b o t a n – beim freien Lexikon Wikipedia

 

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