Meine Schlagkraft verdreifachen mit einer Kung Fu Holzpuppe

Die Kung Fu Holzpuppe ist zu einem Symbol geworden, für die Opfer, die bis zur Meisterschaft erbracht werden müssen. Sowohl zeitlich als auch körperlich.

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Die Kung Fu Holzpuppe fühlt keine Schmerzen und kann auch nicht verletzt werden. Darum braucht sich der Übende keinen Kopf zu machen, dass er zu hart zuschlagen könnte. Nebenbei werden so auch noch Unterarme und Schienbeine abhärtet.

Da sich die Puppe als Trainingspartner nicht bewegt, kann ich mich ganz auf meine eigenen Bewegungen konzentrieren. Die richtige Position finden. Die Techniken sauber und klar ausführen. Die Bewegungen flüssiger werden lassen.

Die Tradition der Kung Fu Holzpuppe

Wer glaubte, mit seiner Ausbildung im Shaolin Kloster fertig zu sein, der musste 108 Holzpuppen besiegen, um es zu beweisen. So erzählt die Legende.

Es soll im Shaolin Kloster eine Halle gegeben haben, in der die Holzpuppen aufgestellt waren. An jeder Kung Fu Holzpuppe wurde eine andere Technik geübt.

Diese Puppen soll beweglich gewesen sein, bewaffnet und über einen Mechanismus miteinander verbunden.

Nach der Zerstörung des Shaolin Klosters entwickelte die Nonne Ng Mui ihr Wing Chun Kung Fu. Für das Training entwickelte sie eine eigene Holzpuppenform mit 108 Bewegungen, die angelehnt war an die Shaolin Tradition.

Auch andere Kung Fu Stile haben ihren eigenen Holzmann entwickelt.

Weltweit bekannt wurde das Training mit dem hölzernen Mann in den Kung Fu Filmen. Ein solches Training ist sehr fotogen, speziell in den Filmen mit Bruce Lee, der Wing Chun praktizierte.

Heute haben traditionelle Kung Fu Schulen im Westen einen Holzpuppenraum mit unterschiedlichen Puppen. An denen die speziellen Techniken des jeweiligen Stils geübt werden können.

Da häufig auf eine Kung Fu Holzpuppe mehrere Übende kommen, gibt es ein spezielles Training, bei dem ein Trainingspartner die Puppe darstellt.

 

Im Video (Spieldauer 01:22 Minuten) demonstriert ein Wing Chun Kämpfer verschiedene Techniken mit dem hölzernen Mann. Im Fokus steht dabei die Deutlichkeit der Bewegungen.

 

Der Holzmann ist gut bebaut

Es gibt nicht wirklich eine Standard Kung Fu Holzpuppe. Die Konstruktion unterscheidet sich von Stil zu Stil. Selbst innerhalb eines Stils gibt es oft große Unterschiede.

Außerdem sind die Holzpuppen auch Fachidioten. Mit keiner Puppe lassen sich alle Techniken lernen.

In der Regel sind die Holzmänner höhenverstellbar, um sich individuell der Körpergröße ihrer Nutzer anpassen zu können.

Es gibt starre und federnde Holzpuppen. Ein federndes Exemplar wird auch lebendige Holzpuppe genannt.

Eine Kung Fu Holzpuppe hat eine unterschiedliche Anzahl von Armen und Beinen. So gibt es obere und mittlere Arme. Es gibt auch bewegliche Arme, die herunter geklappt werden können. Es gibt Beine, die nach vorn zeigen. So sollen unterschiedliche Körperhaltungen simuliert werden.

In den alten chinesischen Kung Fu Schulen war die Kung Fu Holzpuppe fest in die Erde gerammt. Die modernen Puppen werden heutzutage meist an der Wand befestigt. Das ist praktischer und spart Platz.

Darüber hinaus sind heutzutage viele Sonderanfertigungen zu bekommen. Als Material wird nicht nur Holz verwendet, sie werden auch aus Plaste oder Stahl gefertigt. Leicht federnde Stahlsockel verbessern das Training.

Hier weitere Informationen zum Thema K u n g F u H o l z p u p p e (Mu ren zhuang) – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Die Kung Fu Holzpuppe als nie erschöpfter Trainingspartner

An der Kung Fu Holzpuppe üben alle, vom Anfänger bis zum Meister. Der Holzmann ist auch ein Helfer für die Lehrer.

Der Lehrer erklärt eine Technik. Dann wird sie am Holzmann geübt. Der Lehrer kann immer wieder dazu kommen, um zu korrigieren und Hilfestellung zu geben.

Trainiert werden vor allem Schläge, Tritte und Blocks in den verschiedensten Kombinationen. Der Schwerpunkt des Trainings liegt auf dem Erlernen der korrekten Technik. Es soll ein Gefühl erworben werden für Position, Distanz und Winkel.

Geübt werden die Techniken in Formen. Zu jeder Holzpuppe gehört mindestens eine Form.

Die am Holzmann trainierten Techniken werden dann an einem menschlichen Partner in realem Kampf angewendet, dem „Living Dummy“. Der nicht still steht sondern sich bewegt.

Dann gibt es noch die „Luft Formen“. Mit diesen Formen wird an einer Puppe trainiert, die gar nicht da ist. Oft wird dafür ein Stock oder irgendeine senkrechte Linie fixiert, um wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben.

Das höchste Training an der Kung Fu Holzpuppe sind die Improvisationen. Dabei lässt der Übende die Bewegungen einfach entstehen oder erfindet neue.

 

Im Video (Spieldauer 06:41 Minuten) ist ein Holzpuppen Training zu sehen. Geübt wird eine Form mit 116 Bewegungen.

 

Für die Kung Fu Holzpuppe gibt es noch weitere Namen.

Auf Englisch heißt sie Wooden Man, Wooden Dummy oder auch Kung Fu Dummy.

Im Wing Chun wird sie genannt „Mook Yan Jong“, was übersetzt wird mit „Holz Mann Pfosten“.

Bezeichnungen aus anderen Stilen sind „Pflaumen Blüten Pfahl“ und „Pfahl der Balance“.

 

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Im Buch „116 Wing Tsun Holzpuppen-Techniken: Demonstriert von Yip Man“ werden die Techniken genau beschrieben. Auch um einfach mal in den Formen nachzuschlagen. Dazu werden auch Anwendungen erklärt.

 

 

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