Sai Gabeln – damit entwaffne ich einen Samurai

Mit zwei Sai Gabeln, in jeder Hand eine, konnten Schwertträger und Stockkämpfer entwaffnet werden.

Bauern, Fischer und auch Polizisten wussten die Techniken mit den Sai Gabeln in ihrem Alltag zu schätzen.

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Noch heute üben die Sai Gabeln eine große Faszination aus, auch wenn es für sie kaum noch eine Anwendung gibt.

Mit den Sai Gabeln wurden Samurai entwaffnet

Mit einer Sai Gabel kann zwar auch gestoßen und gestochen werden. Aber das können andere Waffen viel besser.

Ihre wahre Bestimmung ist die einer Selbstverteidigungswaffe, zur Entwaffnung von Angreifern mit Schwert oder Stock.

Blockt den Schlag mit einem Schwert oder einem Stock. Dann wird die Waffe eingeklemmt und dem Angreifer entrissen.

Unterstützt wird eine solche Technik durch die Sai Gabel in der anderen Hand. Durch deren gleichzeitigen Einsatz ist der Angreifer gezwungen, seine Waffe loszulassen.

Ein Schwert konnte mit einem Schlag der zweiten Gabel sogar gebrochen werden, weshalb die Sai Gabeln auch „Schwertbrecher“ genannt wurden.

 

Sai Gabeln Grundlagen. Im Video (Dauer 02:46 Minuten) erklärt im Folgenden ein Anfänger die Grundlagen für diese Kampfsportwaffe. Wie wird sie gehalten? Was sind die grundlegenden Bewegungen? Mit einer Gabel und mit zwei Gabeln. Die Sprache ist Deutsch.

 

Der Name und die Ausführung der Sai Gabeln

Das japanische Wort „Sai“ ist abgeleitet von chinesischen Wort „Chai“. Was am besten mit dem Wort „Metallgabel“ übersetzt ist.

Dieser Dreizack ist so klein, dass er unauffällig immer mitgeführt werden kann. Er ist aber doch so groß, dass er gut in der Hand liegt, die Hand schützen und die nötige Hebelkraft entwickeln kann.

Diese Metallgabeln sind so robust, dass sie auch unter großer Belastung nicht brechen.

Der mittlere, herausragende Zinken war oft angespitzt, um mit ihm stechen zu können. Der Griff hatte ein stumpfes Ende, mit dem ein Bauer einem Angreifer beispielsweise die Rippen brechen konnte.

Im Laufe der Jahrhunderte und mit der geografischen Verbreitung haben sich viele Varianten der Sai Gabeln herausgebildet. Sie existieren aber immer als Paar.

Eine besondere und seltene Ausführung ist der Nuntebo. Das ist im Grunde eine Sai Gabel, die auf einen Stock gesteckt wurde. Mit dem Nuntebo können auch Sperrtechniken ausgeführt werden, dafür gehen aber viele andere Möglichkeiten verloren, beispielsweise das unauffällige mit sich führen.

 

Die Sai Gabeln waren ursprünglich ein Werkzeug

Mit den Sai Gabeln verteidigten sich Menschen aus dem einfachen Volk. Sie galten als eine Waffe der Bauern gegen Angriffe der Samurai. Darum gibt es auch die Vermutung, dass die Sai Gabeln zu den Waffen gehören, die sich aus Gegenständen des Alltags entwickelten. Wie beispielsweise auch der Tonfa Schlagstock.

So wird vermutet, dass ein Arbeitsgerät der Fischer oder Bauern der Ursprung der Sai Gabeln war, die dann im Laufe der Zeit modifiziert wurden. Das hätte auch den Vorteil gehabt, dass die Obrigkeit den Fischern und Bauern das Tragen einer Waffe verbieten kann, aber nicht das Tragen eines Werkzeugs.

Es gibt aber auch Kritiker, die dies trotzdem bezweifeln. Weil die Arbeitsgeräte alle aus Holz waren und die Sai Gabeln aus Metall sind, ja aus Metall sein müssen.

Jedenfalls erkannten die Kobudo-Meister die Möglichkeiten, die in dieser Waffe steckten. Sie entwickelten viele Techniken dafür und bauten sie in ihre Kampfkunst-Systeme ein.

Die Sai Gabeln galten später auch als Polizeiwaffe auf Okinawa. Mit ihnen konnten Polizisten bewaffnete Randalierer ohne Blutvergießen dingfest machen.

Leibwächter sollen ebenfalls die Sai Gabeln immer bei sich getragen haben.

Hierzu weitere Informationen zu dieser Kampfsport Waffe Sai – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Sai Gabeln Übungen – Video. Das Video (Dauer 08:22 Minuten) erklärt ein Mann einige Übungen. Einerseits zur Handhabung und andererseits für die Kondition. Wie halte ich diese Gabeln? Einen Stock mit ihnen abwehren, wie geht das? Die Sprache ist Englisch.

 

Sai Gabeln Techniken

Die Sai Gabeln sind keine Waffen wie ein Schwert oder ein Stock, mit denen jedermann auch ohne Schulung kämpfen kann. Um sie erfolgreich einzusetzen, müssen die Techniken entsprechend intensiv trainiert sein.

Zunächst übe ich die verschiedenen Grifftechniken. Ein Kämpfer muss in der Lage sein, den Griff an seinen Sai Gabeln in Bruchteilen einer Sekunde zu wechseln. Somit kann ich auf Angriffe vielseitig reagieren. Er kann abwehren und sofort zurückschlagen.

Die Klemmtechniken sind der Höhepunkt der Fähigkeiten. Der Schlag von einem Schwert, von einem Kurzstock und sogar von einem Langstock wird geblockt und die Angriffswaffe wird dabei so eingeklemmt, dass der Angreifer sie zuletzt nicht mehr unter Kontrolle bekommt.

Bei der anschließenden Technik der Entwaffnung verdreht sich die Waffe durch einen schnellen Griffwechsel so, dass der Angreifer sie nicht mehr fest halten kann.

Die Überlegenheit der Gabeln steigert sich noch dadurch, dass immer gleichzeitig ein Paar Sai Gabeln kämpften. Da die eine Hand etwas tut, während die andere Hand eine ganz andere Bewegungen ausführt, gehören die Sai-Techniken obendrein zu den anspruchsvollsten Fertigkeiten im Kobudo.

All diese Techniken werden in Sai-Jutsu Katas eingeübt, die vor allem im Karate entstanden sind. Diese Techniken sind im Grunde eine Erweiterung der Techniken des Karate. Für die verschiedenen Anwendungen gibt es überdies unterschiedliche Katas.

Die Sai Gabeln konnten in der Not auch wie ein Wurfmesser eingesetzt werden. Auch diese Technik braucht vorher ein langes Training, damit sie wirkungsvoll eingesetzt kann.

 

In welchen Stilen gibt es die Gabeln noch

Eine andere Theorie besagt, dass die Sai Gabeln von Indien, aus der uralten indischen Kampfkunst Kalarippayat, über China nach Okinawa gekommen sind. Wo sie dann erst richtig weiterentwickelt und eingesetzt wurden. Und wo diese Traditionen schliesslich bis heute bewahrt sind.

Verbreitet waren sie aber vielmehr in ganz Südostasien.

In der heutigen populären Kultur gelten sie vor allem als eine Waffe der Ninja. Das verdanken sie vor allem ihrem geheimnisvollen Aussehen und sicher haben die Ninja auch diese Waffe benutzt. Vor allem aber gehörten sie zu den klassischen Waffen des Kobudo, den Waffentechniken der japanischen Bauern.

 

 

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