Shinai – das Bambusschwert als Waffe des modernen Samurai

Das Shinai ist ein Trainingsschwert aus Japan, dass noch in den alten japanischen Schwertschulen entwickelt wurde.

.

Bei den Übungskämpfen geht das Shinai kaputt und nicht der Gegner.

Es wurde extra Bambus als Material gewählt, um schwere Verletzungen im Training auszuschließen.

 

Im Video (Spieldauer 01:22 Minuten) ist eine Vorführung bei einem Volksfest zu sehen. Zwei Kämpfer stehen auf der Bühne und führen verschiedene Techniken vor. Ein dritter Kämpfer kommentiert es.

 

Das Shinai ist eine Nachbildung des scharfen Stahlschwertes

Die Samurai kämpften mit einem sehr scharfen Schwert, dem Katana. Zum Üben benutzen sie aber ein Holzschwert, das Bokken, um tödliche Unfälle durch das Stahlschwert zu vermeiden.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde in den japanischen Fechtschulen das Bambusschwert eingeführt, weil es auch mit dem Holzschwert noch zu vielen Verletzungen kam.

Das Bambusschwert Shinai war dem Stahlschwert Katana nachempfunden, was die Abmessungen betraf und die Gewichtsverteilung. Treffer beim Üben hatten aber nicht mehr die gleiche, verheerende Wirkung.

In Verbindung mit einer Übungsrüstung konnten Kämpfe jetzt mit voller Wucht ausgetragen werden, wie es vorher nicht möglich gewesen war.

Das Fechttraining hieß ursprünglich Ken-Jutsu und wurde abgelöst durch Ken-Do. (Hier mehr zu Kendo auf dieser Homepage)

Aber auch andere japanische Kampfsportarten entdecken das sichere Bambusschwert für ihr Training (Iaido, Aikido).

 

Im Video (Spieldauer 01:48 Minuten) sind zwei Kämpfer in einem Park zu sehen. Sie demonstrieren unterschiedliche Partnerübungen.

 

Der Aufbau eines Shinai

Zunächst besteht ein Shinai aus vier luftgetrockneten und polierten Bambusstäben. Diese sind mit einem Lederband kunstvoll zusammengebunden. Die Konstruktion ist sehr elastisch, was die Gefahr verringert, zu brechen oder die Hände zu prellen.

Die Gewichtsverteilung entspricht der eines echten Schwertes.

Es gibt unterschiedliche Ausführungen. Mit Unterschieden in Länge, Balance, Gewicht und Griffdicke. Es gibt optimierte Modelle für die verschiedenen Altersgruppen der Kämpfer, für Wettkämpfe und für das Grundlagentraining. Für Schlagübungen gibt es besonders schwere Schwerter mit mehr Bambusstäben, mit denen die Muskeln in Hand und Arm trainiert werden.

Im japanischen Schwertfechten Kendo gibt es Regeln, die ein Bambusschwert erfüllen muss. Die gelten vor allem für die Wettkämpfe. So sollen gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer geschaffen werden.

 

Ein Shinai braucht viel Pflege

Die Schwerter aus Bambus sind hohen Beanspruchungen ausgesetzt. Sie müssen regelmäßig kontrolliert werden, um Verletzungsgefahren frühzeitig zu erkennen und um ihre Lebensdauer zu erhöhen.

Vor und nach jedem Training sollte ein Shinai durch Augenschein geprüft werden. In regelmäßigen Abständen wird es dann noch komplett auseinandergenommen und die Einzelteile werden von allen Seiten auf Brüche, Risse und Splitter untersucht.

Es werden scharfe Kanten abgeschliffen. Splitter werden weggefeilt. Angebrochene Stäbe werden ausgetauscht. Zu dünn gewordene Lederriemen werden ausgetauscht. Der Bambus wird eingeölt, um ihn vor dem Austrocknen zu bewahren und geschmeidig und flexibel zu halten.

Die Fähigkeit, ein Bamubusschwert auseinandernehmen, reparieren und wieder zusammensetzen zu können, gehört zu den Prüfungen im Kendo. Vor jedem Wettkampf ist es Pflicht. Es sollte zum ersten Mal beim Neuerwerb eines Schwertes geschehen.

Außerdem kann der Kämpfer sein Schwert so nach seinen Vorlieben einstellen. Wie es sich für ihn persönlich am besten anfühlt. Vor allem der Schwerpunkt kann individuell bestimmt werden.

Hier weitere Informationen zum Thema: Shinai – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Carbon als Alternative für Bambus

Shinai werden aus unterschiedlichen Bambussorten gefertigt. Die Sorte entscheidet über die Qualität und über den Preis. Für ihre Qualität geschätzt sind die Schwerter aus japanischem Bambus. Die meisten Schwerter werden heute aber aus dem preiswerteren taiwanesischem Bambus gefertigt.

Daneben gibt es auch noch Shinai aus Carbon. Die sind in der Anschaffung deutlich teurer, haben dafür aber auch eine bis zu 30fache Lebensdauer. Für intensive Wettkampfsportler ist das über einen längeren Zeitraum eine erhebliche Kostenersparnis. Und sie benötigen auch nicht die besondere Pflege eines Bambusschwertes.
Nachteil: Das Carbon ist im Kampf nicht ganz so flexibel wie Bambus.

 

 

Angebote bei Amazon

Auf der DVD „Yari und Shinai, So Jutsu und Kumi Dachi Hiden.“ werden die Schwerttechniken aus Yari und So Jutsu gelehrt. Ausgeführt mit zwei unterschiedlichen Shinai. Vorgeführt direkt vom Meister.

 

Kampfsportler rubbeln Beschwerden einfach weg – Buchtipp: Der Sekundensieg durch gezieltes Schlagen auf Vitalpunkte ist das Markenzeichen der Kampfkunst Kyusho Jitsu. Diese Punkte können aber auch für eine schnelle Erste Hilfe noch auf der Matte genutzt werden. Das kann helfen bei Zerrungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderem.: Vitale Punkte - Erste Hilfe. Buch. – ansehen bei Amazon

 

 

Das könnte Sie auch noch interessieren:

* Katana – das Stahl Schwert der Samurai

* Bokken – das Holz Schwert der Samurai

* Kampfsport Waffen Liste mit Links zu den weiterführenden Seiten