Tonfa – das Schweizer Messer unter den Schlagstöcken

Der Schlagstock ist als Waffe in China entstanden und wurde in Japan weiterentwickelt. Für den Ursprung des Tonfa gibt es drei Theorien.

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* Eine Kurbel war der erste Tonfa. Die Bauern hatten solche Kurbeln an ihren Mühlsteinen und auch an anderen Geräten.

* Ein Feldgerät war der erste Tonfa, beispielsweise der Griff einer Sense.

* Eine Krücke war der erste Tonfa.

In einem stimmen alle diese Theorien überein. Der Tonfa war zu Beginn eine versteckte Waffen, die im Notfall schnell zur Hand war, wenn sie zur Selbstverteidigung gebraucht wurde.

 

Im Videoclip (Spieldauer 04:55 Minuten) werden Basis Techniken demonstriert und erklärt. Wie werden Hebel und Stöße angewendet. Die Techniken stammen aus dem Karate.

 

Tonfa Techniken und Training

Der Tonfa ist eine Waffe für den Kampfsport und zur Selbstverteidigung.

Die Techniken können dementsprechend in zwei Bereiche geteilt werden. Es gibt die traditionellen und die modernen Kampftechniken.

Das Besondere an den traditionellen Kampftechniken ist, das mit zwei Schlagstöcken gekämpft wurde. Die Bauern wehrten sich damit gegen Schwerter und Speere. Eine Hand wehrte eine Metallwaffe ab und die andere Hand schlug auf den Angreifer ein. Dieses traditionelle Training hat sich im Kampfsport bis heute erhalten und wird vermittelt in den Tonfa-Formen.

Die alten Tonfastile nennen sich Tonfa-Jitsu oder Tonfa-Jutsu. Sie sind eingebettet in traditionelle Kampfkunststile wie Kobudo, Karate oder Kungfu. Dazu gehören auch Techniken aus dem Modern-Arnis.

Zu den traditionellen Techniken gehört auch das Wissen um die empfindlichen Körperstellen aus dem Kyusho Jitsu.

In der modernen Welt dient der Tonfa immer noch der Gefahrenabwehr, nur muß kein Angreifer mit Schwert oder Speer mehr abgewehrt werden. Darum spielen in der heutigen Selbstverteidigung die Techniken mit zwei Stöcken keine Rolle mehr.

Da dieser Schlagstock genutzt wird in Kampfkunst, Kampfsport, zur privaten Selbstverteidigung und von Sicherheitskräften, sind heutzutage alle Techniken mehr oder weniger miteinander vermischt.

Die neuen Übungssysteme werden vermittelt unter Namen wie „Tonfa Diplom“ oder „Tonfa Perfekt“.

Eines haben sie alle gemeinsam, Grundkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Vermitteln der Techniken erfolgt stufenweise, die Lehrgänge bauen auf einander auf.

Ein T o n f a Ausbildungsprogramm wird angeboten beim „Deutschen Asien Kampfsport Verband“. Unterteilt ist die Ausbildung in mehrere Lizenzklassen bis zur Trainerfachlizenz.

 

Viele Tonfavarianten sind im Angebot

Der Tonfa war ursprünglich aus Holz gefertigt und ist es heute oft auch noch. Es sind aber viele neue Varianten dazu gekommen.

Es gibt diesen Schlagstock aus Kunststoff, der aus einem Stück gegossen ist. Für Sicherheitskräfte hat der Kunststoff den Vorteil, dass ein solcher Tonfa gut gereinigt werden kann und so beim Einsatz nicht etwa noch Krankheiten überträgt. (Kein Witz, das ist ein offizieller Grund.)

Es gibt verschiedene Größen für den Griff, für die kurze und die lange Seite.

Die Stockformen gibt es in rund, konisch, halbrund oder eckig.

Teilweise sind in die Enden kleine Gewichte eingearbeitet, um eine höhere Rotationsgeschwindigkeit zu erreichen. Auch sonst gibt es unterschiedliche „Gewichtsklassen“.

Es gibt auch moderne Tonfa mit vielen Extras. Es gibt diese Schlagstöcke in der Teleskop-Variante, mit integrierter Taschenlampe, Rettungsklinge oder Abwehrspray.

 

Im Videoclip (Spieldauer 04:51 Minuten) werden Impressionen von Partnerübungen gezeigt. Dabei geht es vor allem um Schläge und Blöcke. Die Abwehr von Stockangriffen. Wie kann ihnen begegnet werden, wie kann ich ihnen ausweichen.

 

Rechtliches für Sportler

Dieser Schlagstock steht im deutschen Waffengesetz.

Er darf zwar von Personen ab vollendetem 18. Lebensjahr im Kampfsport trainiert werden. Er darf aber nicht öffentlich mitgeführt werden, außer von befugtem Sicherheitspersonal. Auf dem Weg zum Training muss er in einem verschlossenen Behältnis transportiert werden.

 

Der Tonfa als Hilfsmittel für Einsatzkräfte

Der Tonfa ist weltweit eine Waffe der Polizei geworden und auch vieler anderer Sicherheitskräfte.

Dieser Schlagstock wirkt zunächst einmal unhandlich. Erst ein Training fördert sein Potenzial zutage. Der seitlich angebrachte Griff vervielfacht seine Anwendungsmöglichkeiten gegenüber einem einfachen Schlagstock.

Als Schlagstock wird er gar nicht so oft eingesetzt, weil die Verletzungen erheblich sein können. Er kann schnell unabsichtlich zu einer tödlichen Waffe werden.

Bevor ein Polizist einen Tonfa zum Dienst mitnehmen darf, muss er einen Lehrgang absolvieren, der mehrere Tage dauert. Danach stehen regelmäßige Wiederholungslehrgänge an.

Als Waffe wird dieser Schlagstock hauptsächlich zur Abwehr gebraucht. Zum persönlichen Schutz und zum Schutz der Schusswaffe.

 

Als Einsatzwaffe

Schläge können abgewehrt werden, dabei kann das Unterarmholz den Unterarm schützen.

Angriffe mit Waffen können abgewehrt werden. Dazu gehören Messer, Stöcke, Metallrohre oder Baseballschläger.

Der seitlich Griff kann die Hand schützen.

Mit diesem Schlagstock als verlängertem Unterarm können Angreifer auf Distanz gehalten werden.

Angreifer können mit kurzen Ende weggestoßen werden.

Es kann wie mit einem Beil zugeschlagen werden.

Angreifer können entwaffnet werden.

Ineinander verkeilte Menschen können mit Lösetechniken voneinander getrennt werden.

Gewalttäter können mit Festlegetechniken bewegungslos gemacht werden.

Selbstbefreiung aus fremder Umklammerung ist möglich.

 

Als Werkzeug

Der Stock kann als Hebel dienen, um verklemmte (Auto)Türen zu öffnen.

Scheiben können mit ihm eingeschlagen werden.

Mit speziellen Transportgriffen können Verletzte bewegt werden.

Er kann als Steighilfe genutzt werden.

Er kann auch als Kletterhilfe dienen.

 

Die Welt der Tonfa Namen

Für diesen Schlagstock gibt es noch einige andere Bezeichnungen.

Japanisch: Tuifa (Kurbel), Tuifu, Tunfa, Tongwa

Chinesisch: Shuang Guai (Shuang = ein Paar, Guai / Kwai = drehen)

Im Englischen wird gesprochen vom „Japanese Tonfa Stick“.

Die speziellen Tonfa für Polizei und Einsatzkräfte werden genannt: Mehrzweckeinsatzstock (MES), Einsatzmehrzweckstock (EMS), Rettungsmehrzweckstock (RMS), Schlagstock mit Seitengriff, Side-Handle-Baton (Polizeistock in den USA)

Manchmal wird auch vom „Monadnock“ gesprochen. Das ist der Name eines Unternehmens, das solche Schlagstöcke herstellt.

Hier mehr Informationen zum Thema: T o n f a beim freien Lexikon Wikipedia

 

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Im Buch „Kobudo, Bd.2: Nunchaku, Tonfa, Polizei-Tonfa.“ werden die traditionellen Techniken vermittelt. Dazu gehören einhändige und zweihändige Übungen. Außerdem werden moderne Techniken der Polizei erklärt. Gelehrt wird mit Text, Zeichnungen und Fotos.

 

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