Bo Jutsu – der Langstock als Waffe der japanischen Bauern

Bo Jutsu ist ein japanischer Kampfsport mit dem Langstock. Nur wenige Menschen praktizieren heute noch Bo Jutsu. Das hat einen einfachen Grund. Das Üben mit dem Langstock braucht viel Platz und der ist selten vorhanden.

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Davon abgesehen hat Bo Jutsu aber viele Vorteile.

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Jeder kann sofort mit dem Training beginnen. Anfänger und Fortgeschrittene finden ihre Übungen.

Es macht auch sofort Spaß, den Stock zu Schwingen und zu Wirbeln.

Der Langstock ist ein hervorragendes Übungsgerät für die Kondition, er knetet den Körper so richtig von innen durch. Sehen und Bänder werden flexibler, alle Muskeln sind gleichzeitig gefordert.

Bo Jutsu ist ein guter Einstieg in die Welt der japanischen Kampfsportarten. Ohne eine große Philosophie oder alte Legenden. Einfach nur ich und der Stock.

Die Bewegungen der Hände in den Stockübungen sind den Techniken der „leeren Hand“ ähnlich. Der Stock wird zu einer erweiterten Hand. Darum wird Bo Jutsu in japanischen Kampfsportschulen oft auch als Zusatztraining angeboten.

 

Bo Jutsu als Kampftechnik der japanischen Bauern

Der japanische Kampfsport Bo Jutsu steht nicht in der Tradition der Samurai, also der Ritter. Es waren die Bauern, die den Langstock zu ihrer Waffe gemacht haben.

Einen Langstock hatten die Bauern sowieso meist dabei. Mit ihm wurden Lasten transportiert. Entweder an jedem Ende ein Träger und die Last in der Mitte, oder bei nur einem Träger den Stock auf der Schulter und die Last zu gleichen Teilen an beiden Enden hängend. Der Langstock war also sowieso schon ein unvermeidliches Übungsgerät.

Im Land der zehntausend Inseln wurden Langstöcke auch oft benötigt, um mit einem Boot weiter zu kommen.

Eine weiterer Vorteil ist seine Eigenschaft als Distanzwaffe. Da nützt einem Angreifer die beste Bewaffnung nichts, wenn er es nicht in die Nähe seines vermeintlichen Opfers schafft.

Bo Jutsu gilt heute als eine Disziplin im Kobudo. Eine Kampfkunst aus Okinawa, in welcher der Umgang mit den alten Bauernwaffen gelehrt wird.

Im Kobudo gibt es aber auch eine Abwehrwaffe gegen die Angriffe mit einem Langstock. Mit den Sai Gabeln konnte ein Schlag abgewehrt, der Stock eingeklemmt und der Angreifer entwaffnet werden: kampfsportarten-abc.de/kampfsport-waffen/sai-gabeln/

 

Im Video „One Minute Bunkai: Bo Jutsu“ (Spieldauer 01:45 Minuten) wird ein Angriff abgewehrt. Langstock gegen Langstock. Die Entwaffnung wird im Detail erklärt.

 

Die Waffe: der japanische Langstock

Der japanischen Langstock wird genannt: „Bo“. Manchmal auch „Kon“ oder „Kun“.

Seine Länge beträgt etwa: 182 cm.

Er wird gefertigt aus den Materialien: Bambus, Rattan, roter und weißer Eiche.

Die Langstöcke aus Bambus oder Rattan dürfen nicht als Leichtgewichte unterschätzt werden. Mit ihnen kann der Stock Energie aufnehmen und dann blitzartig abgeben wie mit einer Peitsche.

 

Der Name: Bo Jutsu

„Bo Jutsu“ bedeutet frei übersetzt „die Kunst des Kampfes mit dem Langstock“.

„Bo“ ist der Langstock.

„Jutsu“ bedeutet „Technik“ oder „Kunst“.

Üblich sind auch noch die Schreibweisen „Bojutsu“ und „Bo-Jutsu“.

 

Im Video (Spieldauer 03:55 Minuten) werden vier Bo-Stäbe vorgestellt. Sie sind aus Rattan, Roteiche, Weißeiche und Harz. Welche Vor- und Nachteile habe diese Materialien?

 

Bo Jutsu lernen in drei Stufen: Kihon, Kata und Kumite

Das Lernen von Bo Jutsu erfolgt in drei Stufen, wie sie auch aus dem Karate bekannt sind.

 

* Erste Stufe: die Grundschule (Kihon)

Zunächst werden die grundlegenden Techniken geübt. Dazu gehören Standpositionen, Handhabung des Stockes, Schlagtechniken, Stoßtechniken, Wirbeltechniken.

 

* Zweite Stufe: das Lernen der Form (Kata)

Dann werden die Katas gelernt, die Bewegungsfolgen. Das sind Solotänze, in denen die Techniken in einem Figurenreigen vereint werden.

Hier ist auch ein Einfluss der anderen japanischen Kampfkünste zu erkennen.

 

* Dritte Stufe: Kampftraining (die Kumite)

Anschließend werden die Fähigkeiten in Partnerübungen getestet und erweitert.

Vor dem Stockkampf ziehen sich die Kämpfer Schutzausrüstung an und die Langstöcke werden gepolstert. Damit es in diesem Zweikampf nicht zu Verletzungen kommt.

Es werden ebenso die Techniken zur Selbstverteidigung geübt wie die Techniken für den Angriff.

Manche lernen Bo Jutsu nur wegen der Partnerübungen.

 

Bo Jutsu in Deutschland lernen

Wer in Deutschland Bo Jutsu in einer Schule lernen möchte, der hat wohl meistens Pech. Nur wenige Schulen bieten dieses Training an. Am ehesten wird man noch fündig, wenn man die Vereine für japanische Kampfkünste abklappert. Einige haben Bo Jutsu als Zusatztraining im Angebot.

Hier mehr Informationen zum Thema: B o j u t s u – beim freien Lexikon Wikipedia

 

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Im Buch „BO. Kampf mit dem Langstock: Die Kobudowaffe aus Okinawa.“ stehen viele Katas und Übungen. Techniken für Angriff und Verteidigung. Mit einem Überblick der Waffen aus Okinawa. Geeignet für Anfänger wie für Fortgeschrittene.

 

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