Capoeira Kampfsport – der Sklave kämpft schnell und trickreich

Das Wort Capoeira beschreibt einen kleinen Vogel. Zum Namensgeber für einen Kampfsport wurde er, weil das Vogelmännchen allen Rivalen furchtlose und wilde Kämpfe liefert.

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Capoeira ist ein Kampfsport, bei dem der Kämpfer immer in Bewegung ist.

Im Mittelpunkt dieses Kampfsportes steht die Lebensfreude. Der eigentliche „Kampf“ kommt ohne Körperkontakt aus.

Die Bewegungen sind sportlich sehr anspruchsvoll, oft wird regelrecht auf den Händen getanzt.

Wer einen Hang zur Akrobatik hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. Darum kommen auch Frauen und Kinder in dieser Sportart besser zurecht als Männer.

 

Das Video „UNICAR Magdeburg – Erste Roda 2015“ (Spieldauer 27:07 Minuten) gibt den Blick in eine Roda frei. Es vermittelt die Atmosphäre eines Capoeira Trainings. Das Kampftraining, das aus kleinen Wettkämpfen besteht, die Musik, der Rhythmus, das Lebensgefühl. Im Ton sind die Trainingsgeräusche zu hören und die Musik, die von den Teilnehmern gemacht wird.

 

Capoeira ist der „Kampf“ in einem Kreis

In diesem Kampfsport wird nach ungeschriebenen Regeln gekämpft, die seit Generationen nur mündlich weitergegeben werden und sich von Schule zu Schule unterscheiden.

Es gibt kein Regelwerk, das einem Anfänger in die Hand gedrückt werden könnte. Das Lernen der Regeln erfolgt nur im persönlichen Kontakt.

Eine Regel gibt es aber doch. Alle Teilnehmer bilden eine Kreis, in dessen Mitte ein Zweikampf denn anderen abwechselt.

 

Der Kreis wird gebildet

Das Training beginnt, wenn alle Teilnehmer einen Kreis gebildet haben. Das kann in einer Turnhalle sein oder irgendwo im Freien. Im Sommer treffen sich die Capoeiristas gerne im Park. In jedem Fall wird es ein gemeinschaftliches Sporterlebnis, auch für die Zuschauer.

Dieser Kreis aus Capoeiristas wird „Roda“ (portugiesisch „Kreis“ oder „Runde“) genannt. Alle Teilnehmer versetzen sich in Stimmung mit brasilianischen Rhythmen. Einige haben dafür Instrumente dabei, die anderen klatschen im Takt und singen den Refrain des Liedes, das gerade gespielt wird. Niemand darf sitzen. Die Berimbau (Musikbogen) Spieler bestimmen den Rhythmus. Der Kampf wird durch Musik eingeleitet und endet mit der Musik.

 

Das Spiel

Aus dem Kreis lösen sich zwei Teilnehmer, die miteinander „spielen“ wollen. In der Regel mit einem Radschlag begeben sie sich in die Mitte der Roda.

Der Kampf wird „Spiel“ genannt oder auch „Gespräch“. Denn es folgt mehr ein körperlicher Dialog als ein Kampf.

Die beiden Spieler führen einen Kampftanz auf, bei dem Angriff und Verteidigung in ständigem Wechsel ausgeführt werden. Dem Angriff wird nicht geblockt. Einem Angriff wird ausgewichen und mit einem Gegenangriff geantwortet.

Ein Spiel dauert maximal eine Minute. Dann treten die nächsten zwei Capoeiristas in die Roda und ein neues Spiel beginnt.

 

Täuschung als die Seele des Capoeira

Die wichtigste Methode in diesem Kampfsport ist die Täuschung (Malicia). Die eigene Stärke nicht zeigen, damit der Gegner unvorsichtig wird und einen Fehler macht. Der Gegner wird nie aus den Augen gelassen. So entstehen Gelegenheiten.

Wer die Täuschung gut beherrscht, der braucht nur wenige Techniken zu können, um als Sieger vom Platz zu gehen. Mit Malicia wird der Ausgang eines jeden Kampfes ungewiss. Auch deshalb, weil derjenige zum Sieger erklärt werden kann, der allen Angriffen seines Gegners auszuweichen konnte.

 

Capoeira Techniken

Die grundlegende Kampftechnik im Capoeira ist: Ginga. Immer in Bewegung sein, nie vollständig ruhen.

Da jedem Angriff auch noch grundsätzlich ausgewichen wird, stellt der Kämpfer kein leicht zu treffendes Ziel dar.

Ginga beschreibt einen federnden Grundschritt. Alle Techniken sind durch Ginga miteinander verbunden.

Die Techniken sind sehr akrobatisch. Es sind viele tiefe Bewegungen dabei, die aus der Hocke kommen. Es werden Räder geschlagen und überhaupt verbringt ein Capoeira Kämpfer einen großen Teil seiner Zeit auf seinen Händen. Dazu kommen viele Ausweichbewegungen, Täuschungsmanöver und Ausschmückungen.

Waffen gehören nicht zu diesem Kampfsport.

 

Geschichte des Capoeira

Capoeira wurde von Schwarzafrikanern entwickelt, die als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden.

Genauer gesagt waren es Mitglieder der Bantu-Stämme aus dem heutigen Angola, die für die portugiesischen Kolonien in Brasilien versklavt wurden.

Heute wird unterschieden zwischen dem traditionellen C a p o e i r a Angola und dem neueren „Capoeira Regional“, in das die Techniken anderer Kampfsportarten mit eingeflossen sind.

Capoeira war äußerlich ein Tanz der Sklaven, entwickelt aus den afrikanischen Tänzen der Vorfahren. Sichtbar vor aller Augen und doch verborgen wurde so ein Kampfsport betrieben.

Eine legendäre Station für diesen Kampfsport ist die Sklavenrepublik Palmares. Tausende entlaufener Sklaven konnten hier im Nordosten Brasiliens für Jahrzehnte ihre Unabhängigkeit behaupten. Viele Angriffe konnten zurückgeschlagen werden. Das Training von Capoeira soll dabei geholfen haben.

Kurz nach der Proklamation der Republik Brasilien wurde 1889 ein Gesetz erlassen, welches die Ausübung von Capoeira unter Strafe stellte. Dieser Kampfsport wurde daraufhin heimlich weiter trainiert.

Im Jahr 1937 wurde das Verbot wieder aufgehoben und Capoeira entwickelte sich zu einem brasilianischen Nationalsport.

 

Capoeira Videos

 

Eine Übung Im Video (Spieldauer 02:27 Minuten) wird eine einfache Übung gezeigt. Die Erklärungen sind zwar in englisch, es wird aber trotzdem deutlich, was gemeint ist. Ein Tanzschritt, der auch eine Kampfanwendung hat.: C a p o e i r a, Basic Steps, Ginga – Videoclip ansehen auf Youtube

 

Kampfkunst Fähigkeiten Im Video (Spieldauer 03:56 Minuten) sind Eindrücke von Kampfübungen zu sehen. Es zeigt, was akrobatisch so alles möglich ist. Der Ton besteht aus Musik.: C a p o e i r a Mix (This is the Brazilian Martial Art) – Videoclip ansehen auf Youtube

 

Kampfanwendungen Capoeira bewährt sich auch im Kampf. Im Video (Spieldauer 02:40 Minuten) sind einige K- Schläge zu sehen. Der Ton besteht aus Musik.: C a p o e i r a Knockouts in MMA – Videoclip ansehen auf Youtube

 

C a p o e i r a – beim freien Lexikon Wikipedia – von der Geschichte über die Verbreitung bis zu den Bewegungen.

 

Capoeira lernen – Buch: Die wichtigsten Techniken werden beschrieben. Sie werden in Schritt-für-Schritt-Anleitungen genau erklärt. Mit vielen Bildern.: C a p o e i r a. Traditionen, Techniken und Grundlagen des brasilianischen Kampftanzes. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Kampfsportler rubbeln Beschwerden einfach weg – Buchtipp: Der Sekundensieg durch gezieltes Schlagen auf Vitalpunkte ist das Markenzeichen der Kampfkunst Kyusho Jitsu. Diese Punkte können aber auch für eine schnelle Erste Hilfe noch auf der Matte genutzt werden. Das kann helfen bei Zerrungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderem.: Vitale Punkte - Erste Hilfe. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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