Iaido – die Kampfkunst mit dem eingeschobenen Schwert

Iaido ist eine japanische Schwertkampfkunst. Die einzige Schwertkunst, deren Techniken immer mit dem eingeschobenen Schwert beginnen.

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Beim Iaido stellt sich der Übende einen imaginären Gegner vor. Auf diesen nicht vorhandenen Gegner schlägt er ein. Immer wieder. Nach einem exakt vorgegebenen Ritual.

Früher wurde Iaido geübt für das Überleben. Um schneller zu sein als der Feind. Aber warum wird es heute noch praktiziert?

Für inneren Frieden. Für eine hohe Konzentration. Für Selbstbeherrschung kombiniert mit Entschlossenheit. Zum immer und in jeder Situation voll präsent sein.

Charakter und Persönlichkeit werden beim Üben mit geformt. Es bleibt immer ein Gegner, der besiegt werden muss, und der ist man selber.

Iaido – der Schwertkampf mit einem einzigen Hieb

Kampfsportarten mit dem Schwert gibt es viele. Die Besonderheit von Iaido besteht darin, dass nicht mit dem bereits gezogenen Schwert gekämpft wird. Das Schwert ziehen, zuschlagen und gewinnen – das wird in einer einzigen Bewegung erledigt. Der Angriff erfolgt so blitzschnell, dass es gar nicht mehr zu einem Zweikampf kommt. Es wird nicht gefochten. Es gibt keine Abwehrtechniken.

Iaido ist ein Kampfsport, der hauptsächlich allein geübt wird. Der einsame Wolf gegen den Rest der Welt. Den Gegner stellt man sich nur vor. Partnerübungen kommen später dazu, um das Timing und den richtigen Abstand zu finden.

Das höchste Ziel im Iaido ist es, zu siegen ohne das Schwert zu ziehen. Wenn der Iaidoka eine so starke Persönlichkeit geworden ist, eine solche Ausstrahlung erlangt hat, dass niemand auch nur auf die Idee kommt ihn anzugreifen.

Ursprünglich wurde Iaido von den Samurai entwickelt. Zunächst war es eine Technik, mit der Überraschungsangriffe abgewehrt wurden. Dazu gehörte es, immer auf einen Angriff vorbereitet zu sein, auch wenn man das Schwert gerade nicht in der Hand hält.

Die Schnelligkeit beruht auch auf der Fähigkeit, dem Gegner in die Seele sehen zu können. Seine Absicht zu erkennen. Das Schwert wird in dem Moment gezogen, in dem der Iaido-Kämpfer die Tötungsabsicht seines Gegenübers bemerkt.

Und obwohl es für die Techniken heute keine praktische Anwendung mehr gibt, wird dieser Kampfsport immer noch von vielen Menschen ein Leben lang geübt. Denn beim Iaido verschmelzen Geist und Körper zu einer Einheit, verbunden durch das Schwert.

Um das zu erreichen, muss der Iaidoka in jeder Situation unmittelbar aufmerksam zu sein und immer in vollkommenem Einklang mit den gegebenen Umständen zu handeln.

Der Iaidoka lernt innere Ruhe und Perfektion. Er erwirbt ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstkontrolle. Das ist größtenteils ein geistiges Üben.

All die im Training erworbenen Fähigkeiten übertragen sich dann auch in das tägliche Leben. Es ist eine Kombination aus Ruhe, Aufmerksamkeit und Entschlossenheit.

Iaido wird in Japan von gestressten Managern ebenso geübt wie von Vertretern anderer Kampfsportarten, die im Iaido einen Ausgleich suchen.

 

Im Video (Spieldauer 13:46 Minuten) werden Einblicke in ein Dojo gegeben. Der Lehrer erklärt, warum die Techniken aus dem Sitzen entwickelt wurden oder warum viele ungeduldige aus dem Training wieder aussteigen. Eine Schülerin erzählt, warum sie Iaido so gerne übt.

 

Iaido wird geübt mit der Kata

Iaido wird geübt in vorgegebenen Bewegungsfolgen, den so genannten Kata. Jede Kata ist konzipiert für eine bestimmte Schwertkampfsituation. Diese scheinbar einfachen Bewegungen werden endlos wiederholt.

Eine Kata ist in vier Bereiche unterteilt:

– das Ziehen des Schwertes (Nuki Tsuke)

– Schnitt (Kiri Tsuke)

– das Schwert reinigen (Chiburi), auch: das Blut abschütteln

– das Schwert wieder wegstecken (Noto)

Zwölf ausgesuchte Kata sind für Anfänger als eine Art Grundschule unter dem Namen „Seitei-Iai“ festgelegt worden vom Alljapanischen Kendo-Verband (Zen Nihon Kendo Renmei).

Zunächst waren es sieben Kata, die 1968 von Iaido Meistern aus verschiedenen Stilen zusammengestellt wurden.
Drei weitere Kata kamen 1980 dazu und dann noch zwei im Jahr 2000.
Das Seitei-Iai benutzen viele Stile für ihre Grundschule. Es wird auch verwendet als Grundlage für eine einheitliche Bewertung bei Danprüfungen und bei Wettkämpfen.

 

Im Video (Spieldauer 09:48) ist ein typisches Training im Dojo Kamai e.V. Freiburg zu sehen. Die einzelnen Abschnitte sind: Begrüßung, Aufwärmen, Suburi, Iaido-Kata, Iaido-Kumite, Ken-ta-jo (Schwert gegen Stock), Ken-ta-ken (Schwert gegen Schwert), Beenden.

 

Das Schwert

In Japan ist das Schwert ein Symbol für die Samurai. Mit dem Schwert perfekt umgehen zu können, war wichtig für das eigene Überleben. Das japanische Langschwert (Katana oder Shinken) war und ist nicht nur eine Waffe. Es ist ein Kultgegenstand und auch ein Kunstobjekt.

Das Katana ist heute in der ganzen Welt berühmt. Besonders seine unvergleichliche Schärfe ist legendär. Es war einst das alleinige Vorrecht der Samurai, es zu tragen. Noch heute ist es ein Symbol für die Samurai Kultur.

Drei Schwerter steht im Zentrum aller Iaido Übungen.

* Das Holzschwert (Bokken oder Bokuto) ist die Waffe für die Anfänger und die Partnerübungen. Damit soll die Verletzungsgefahr ausgeschlossen werden.

* Mit einem Metallschwert (Iaito) üben dann die Fortgeschrittenen. Dazu wird dann auch traditionelle Kleidung getragen: Hosenrock (hakama), Jacke (gi) mit Unterhemd (hadagi) und einem breiten Gürtel (obi). Das Iaito hat nur eine stumpfe Klinge. In Form und Gewicht entspricht es aber schon dem „echten“ Schwert (Shinken).

* Mit dem Shinken dürfen nur sehr erfahrene Iaidoka üben, nach vielen Jahren intensivem Trainings. Es ist scharf, sehr scharf.

 

Das Wort Iaido und seine Geschichte

Die älteste Bezeichnung für diese Kampftechnik ist „Battojutsu“: die „Kunst des Schwertziehens“.

Später wurde die Bezeichnung verwendet: „Iaijutsu“. Die Endung „jutsu“ hat die Bedeutung: „Kunst“, „Technik“, „Methode“. Noch heute ist es eine Endung an den Namen einiger japanischer Kampfsportarten.

In den 1960er Jahren wurde in vielen japanischen Kampfsportarten die Endung „-jutsu“ ersetzt durch die Endung „-do“. Weil sich das Trainingsziel vom Kampf immer mehr verschob hin zur Kultivierung von Körper und Geist. So wurde unter anderem aus dem „Iaijutsu“ schließlich „Iaido“.

Das Wort „Iaido“ ist zusammengesetzt aus den drei Schriftzeichen „I“, „Ai“ und „Do“.

I (auch: Iru) = sein (anwesend sein von Körper und Geist)

Ai (auch: Au) = übereinstimmen, verbinden

Do = Weg (Der Weg ist das Ziel.)

Das Wort „Iaido“ könnte übersetzt werden als: Der Weg des jederzeit ganz hier-seins.

Der Begriff „Schwert“ kommt im Namen für diese Schwertkunst gar nicht vor!

 

Nationale Lehrgänge, Veranstaltungen, Lehrgänge der Landesverbände und Vereine, Sonstige Termine, Internationale Lehrgänge und andere Verbände, Prüfer-Ausbildung, Wettkampfrichter-Ausbildung, Dojo-Ordnung beim: Deutschen Iaido Bund (DiaiB) e.V.

 

Die Techniken ausführlich – Buch: Geschichte und Hintergründe zu dieser Schwertkunst. Die Praxis im Dojo. Die Grundtechniken. Die zwölf Kata.: Iaido: Die Kunst, das Schwert zu ziehen. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Kampfsportler rubbeln Beschwerden einfach weg – Buchtipp: Der Sekundensieg durch gezieltes Schlagen auf Vitalpunkte ist das Markenzeichen der Kampfkunst Kyusho Jitsu. Diese Punkte können aber auch für eine schnelle Erste Hilfe noch auf der Matte genutzt werden. Das kann helfen bei Zerrungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderem.: Vitale Punkte - Erste Hilfe. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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