Iaido – die Kampfkunst mit dem eingeschobenen Schwert

Iaido ist eine japanische Schwertkampfkunst. Die einzige Schwertkunst, deren Techniken immer mit dem eingeschobenen Schwert beginnen.

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Beim Iaido stellt sich der Übende einen imaginären Gegner vor. Auf diesen nicht vorhandenen Gegner schlägt er ein. Immer wieder. Nach einem exakt vorgegebenen Ritual.

Früher diente Iaido für das Überleben. Um schneller zu sein als der Feind. Aber warum praktiziert man es noch heute?

Für inneren Frieden. Eine hohe Konzentration. Selbstbeherrschung kombiniert mit Entschlossenheit. Zum immer und in jeder Situation voll präsent sein.

Charakter und Persönlichkeit forme ich beim Üben. Es bleibt immer ein Gegner, den ich besiegen muss, und der bin ich selber.

 

Das Video (Dauer 13:46 Minuten) gibt im Folgenden Einblicke in ein Dojo. Der Lehrer erklärt, warum die Techniken aus dem Sitzen entwickelt wurden oder warum viele ungeduldige aus dem Training wieder aussteigen. Eine Schülerin erzählt, warum sie Iaido so gerne übt.

 

Iaido – der Schwertkampf mit einem einzigen Hieb

Kampfsportarten mit dem Schwert gibt es viele. Die Besonderheit von Iaido besteht darin, dass nicht mit dem bereits gezogenen Schwert gekämpft wird. Das Schwert ziehen, zuschlagen und gewinnen – das wird in einer einzigen Bewegung erledigt. Der Angriff erfolgt so blitzschnell, dass es gar nicht mehr zu einem Zweikampf kommt. Es wird nicht gefochten. Es gibt keine Abwehrtechniken.

Iaido ist ein Kampfsport, der hauptsächlich allein geübt wird. Der einsame Wolf gegen den Rest der Welt. Den Gegner stellt man sich nur vor. Partnerübungen kommen später dazu, um das Timing und den richtigen Abstand zu finden.

Das höchste Ziel im Iaido ist es, zu siegen ohne das Schwert zu ziehen. Wenn der Iaidoka eine so starke Persönlichkeit geworden ist, eine solche Ausstrahlung erlangt hat, dass niemand auch nur auf die Idee kommt ihn anzugreifen.

Iaido – Technik der Samurai

Ursprünglich entwickelten Iaido die Samurai. Zunächst war es eine Technik, mit der Überraschungsangriffe abgewehrt wurden. Dazu gehörte es, immer auf einen Angriff vorbereitet zu sein, auch wenn man das Schwert gerade nicht in der Hand hält.

Die Schnelligkeit beruht auch auf der Fähigkeit, dem Gegner in die Seele sehen zu können. Seine Absicht dabei zu erkennen. Das Schwert zieht man in dem Moment, in dem der Iaido-Kämpfer schliesslich die Tötungsabsicht seines Gegenübers bemerkt.

Und obwohl es für die Techniken heute keine praktische Anwendung mehr gibt, wird dieser Kampfsport immer noch von vielen Menschen ein Leben lang geübt. Denn beim Iaido verschmelzen Geist und Körper zu einer Einheit, verbunden durch das Schwert.

Um das zu erreichen, muss der Iaidoka in jeder Situation unmittelbar aufmerksam zu sein und immer in vollkommenem Einklang mit den gegebenen Umständen zu handeln.

Der Iaidoka lernt innere Ruhe und Perfektion. Er erwirbt ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstkontrolle. Das ist größtenteils ein geistiges Üben.

All die im Training erworbenen Fähigkeiten übertragen sich dann auch in das tägliche Leben. Es ist eine Kombination aus erstens Ruhe, zweitens Aufmerksamkeit und drittens Entschlossenheit.

Gestresste Manager üben in Japan diese Kunst mit dem Schwert. Ebenso von Vertretern anderer Kampfsportarten, die im Iaido einen Ausgleich suchen.

 

Iaido üben mit der Kata

Iaido übe ich in vorgegebenen Bewegungsfolgen, den so genannten Kata. Jede Kata ist dabei konzipiert für eine bestimmte Schwertkampfsituation. Diese scheinbar einfachen Bewegungen werden dann endlos wiederholt.

Eine Kata ist in vier Bereiche unterteilt:

– das Ziehen des Schwertes (Nuki Tsuke)

– Schnitt (Kiri Tsuke)

– das Schwert reinigen (Chiburi), auch: das Blut abschütteln

– das Schwert dann wieder wegstecken (Noto)

Zwölf ausgesuchte Kata sind für Anfänger als eine Art Grundschule unter dem Namen „Seitei-Iai“ festgelegt worden vom Alljapanischen Kendo-Verband (Zen Nihon Kendo Renmei).

Zunächst waren es sieben Kata, die 1968 von Iaido Meistern aus verschiedenen Stilen zusammengestellt wurden.
Drei weitere Kata kamen 1980 dazu und dann noch zwei im Jahr 2000.
Das Seitei-Iai benutzen viele Stile für ihre Grundschule. Man verwendet es auch als Grundlage für eine einheitliche Bewertung bei Danprüfungen. Ebenso bei Wettkämpfen.

 

Das Video (Dauer 09:48 Minuten) zeigt im Folgenden ein typisches Training im Dojo Kamai e.V. Freiburg. Die einzelnen Abschnitte sind: Begrüßung, Aufwärmen, Suburi, Iaido-Kata, Iaido-Kumite, Ken-ta-jo (Schwert gegen Stock), Ken-ta-ken (Schwert gegen Schwert), Beenden.

 

Das Schwert

In Japan ist das Schwert ein Symbol für die Samurai. Mit dem Schwert perfekt umgehen zu können, war wichtig für das eigene Überleben. Das japanische Langschwert (Katana oder Shinken) war und ist nicht nur eine Waffe. Es ist ebenso ein Kultgegenstand und zudem auch ein Kunstobjekt.

Das Katana ist heute in der ganzen Welt berühmt. Besonders seine unvergleichliche Schärfe ist dabei legendär. Es war einst das alleinige Vorrecht der Samurai, es zu tragen. Noch heute ist es ein Symbol für die Samurai Kultur.

Drei Schwerter steht im Zentrum aller Iaido Übungen.

* Erstens: Das Holzschwert (Bokken oder Bokuto) ist einerseits die Waffe für die Anfänger und andererseits für die Partnerübungen. Damit soll dann die Verletzungsgefahr ausgeschlossen werden.

* Zweitens: Mit einem Metallschwert (Iaito) üben dann die Fortgeschrittenen. Dazu tragen sie dann auch traditionelle Kleidung: Hosenrock (hakama), Jacke (gi) mit Unterhemd (hadagi) und einem breiten Gürtel (obi). Das Iaito hat nur eine stumpfe Klinge. In Form und Gewicht entspricht es aber schon dem „echten“ Schwert (Shinken).

* Dritten: Mit dem Shinken dürfen nur sehr erfahrene Iaidoka üben, nach vielen Jahren intensivem Trainings. Es ist scharf, sehr scharf.

 

Das Wort Iaido und seine Geschichte

Die älteste Bezeichnung für diese Kampftechnik ist zuerst „Battojutsu“: die „Kunst des Schwertziehens“.

Später kam dann die Bezeichnung auf: „Iaijutsu“. Die Endung „jutsu“ hat die Bedeutung: „Kunst“, „Technik“, „Methode“. Noch heute ist es eine Endung an den Namen einiger japanischer Kampfsportarten.

In den 1960er Jahren ersetzte man in vielen japanischen Kampfsportarten die Endung „-jutsu“ durch die Endung „-do“. Weil sich das Trainingsziel vom Kampf immer mehr verschob hin zur Kultivierung von Körper und Geist. So wurde unter anderem aus dem „Iaijutsu“ schließlich „Iaido“.

Das Wort „Iaido“ ist zusammengesetzt aus den drei Schriftzeichen erstens „I“, zweitens „Ai“ und drittens „Do“.

I (auch: Iru) = sein (anwesend sein von Körper und Geist)

Ai (auch: Au) = übereinstimmen, verbinden

Do = Weg (Der Weg ist das Ziel.)

Das Wort „Iaido“ könnte übersetzt werden als: Der Weg des jederzeit ganz hier-seins.

Der Begriff „Schwert“ kommt zudem im Namen für diese Schwertkunst gar nicht vor!

 

Links

Im Folgenden Nationale Lehrgänge, Veranstaltungen, Lehrgänge der Landesverbände und Vereine, Sonstige Termine, Internationale Lehrgänge und andere Verbände, Prüfer-Ausbildung, Wettkampfrichter-Ausbildung, Dojo-Ordnung beim: Deutschen I a i d o Bund (DiaiB) e.V.

 

Die Techniken ausführlich – Buch: Geschichte und Hintergründe zu dieser Schwertkunst. Die Praxis im Dojo. Zudem die Grundtechniken. Ebenso die zwölf Kata.: I a i d o : Die Kunst, das Schwert zu ziehen. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Welche Notwehr-Waffen sind erlaubt? - Buch: Was freie Waffen sind. Wann man sie erst einsetzen darf. Warum selbst Schutzausrüstung verboten ist.: Ratgeber Freie Waffen: Schlagwaffen | Hieb- und Stichwaffen | Wurf- und Schleuderwaffen | Bogenwaffen | Schusswaffen | Reizstoffwaffen | Elektroimpulswaffen uvm. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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