Judo – eine ewiger Kreislauf von werfen, fallen und hebeln

Im Judo Training steht der Sport im Vordergrund. Die gefährlichen Techniken wurden entfernt. So können schon Anfänger unbesorgt miteinander Trainieren. Es ist ein Kampfsport für alle.

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Die wichtigsten Übungen sind die Falltechniken. Sie bringen Kondition und machen es möglich, alle Kampftechniken am lebenden Objekt zu trainieren. Immer und immer wieder. Bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Judo Training ist ein ständiger Zweikampf. Der Gegner wird mit dem Boden bekannt gemacht, durch Würfe und nicht mit Schlägen. Die Techniken sind nach Schwierigkeitsgraden geordnet.

Judo Training beginnt mit Falltechniken

Judo ist eine Zweikampf-Sportart. Die Partner versuchen, sich gegenseitig zu Fall zu bringen.

Damit es beim Üben nicht zu Verletzungen kommt, muss jeder Judoka erst einmal lernen, richtig zu fallen. Die Fallschule macht einen großen Teil des Trainings aus, nicht nur für die Anfänger.

Der Aufprall wird zunächst durch die Matte (Tatami) gemindert. Dann wird die Wucht des Aufpralls durch eine ausgeklügelte Technik des Fallens verteilt und abgeleitet. Wobei meist noch der Arm die Fallenergie abfedert. So wird das Fallen ungefährlich und schmerzfrei.

Bevor eine neue Wurftechnik geübt werden kann, muss erst die dazu gehörende Falltechnik beherrscht werden.

Erst die Falltechniken machen es möglich, einen Wurf zu üben und zu perfektionieren.

Das Fallen wird nach allen Seiten trainiert. Gefallen wird auf den Rücken, auf die Seite oder nach vorn. Das Fallen kann auch in einem Abrollen mit sofortigem Wiederauferstehen enden.

 

Fallschule. Im Video (Spieldauer 02:34 Minuten) zeigen Judoka ihre Fallübungen. Zu sehen ist eine Gruppe in einer Turnhalle auf Matten. Einer nach dem anderen demonstriert seine Übung.

 

Der Kampf beginnt im Stehen: die Wurftechniken

Das erste Ziel im Judo ist es, den Gegner zu Boden zu bringen. Dies wird mit den Wurftechniken (Nage Waza) erreicht.

Die Anzahl der möglichen Wurftechniken ist riesig. Sie sind alle so konzipiert, dass sie wenig Kraft benötigen und den Partner nicht verletzen. Der Gegner wird zu Fall gebracht mit einem Bein, über die Hüfte oder über die Schulter. Möglich sind auch die so genannten Opfertechniken, bei denen der Wurf entsteht aus dem Aufgeben des eigenen Gleichgewichts.

Jede Wurftechnik kann beidseitig ausgeführt werden. Obwohl jeder Kämpfer in der Regel eine Seite bevorzugt.

Daneben gibt es eine große Zahl verbotener Wurftechniken, die aus dem Training und den Wettkämpfen gestrichen wurden. Bei diesen Techniken wird die Verletzungsgefahr als zu hoch angesehen.

 

Der Abschluss kommt in den Bodentechniken

Meistens wird ein Kampf auf dem Boden entschieden. Zu den Bodentechniken (Ne Waza) gehören Griffe zum Festhalten, zum Hebeln und zum Würgen. So soll der Gegner zum Aufgeben gezwungen werden. Zu den Bodentechniken gehört es aber auch, sich aus solchen Griffen zu befreien.

Die Zahl der erlaubten Hebeltechniken ist im Judo aus Sicherheitsgründen beschränkt. Erlaubt sind eigentlich nur Techniken, die das Gelenk am Ellenbogen kontrollieren. Hebel gegen andere Gelenke des Körpers sind verboten. Zu den verbotenen Techniken gehören Hebel gegen Finger, Hand, Nacken oder Beine.

 

Geschlagen wird nicht

Schlagtechniken gibt es im Judo nicht. Na ja, eigentlich nicht.

Alle Schlagtechniken wurden aus Training und Wettkampf entfernt. Es gibt sie aber noch indirekt, für alle, die Judo als Selbstverteidigung lernen wollen. Das ist ein ganz spezielles Training.

Um in ein einer echten Selbstverteidigung Schläge von Angreifern abwehren zu können, gibt es spezielle Judo Schlagtechniken (Atemi Waza) mit Hand und Fuß, an denen diese Abwehr trainiert werden kann.

Es wird mit diesen Schlagtechniken also nicht gelernt zu schlagen, sondern wie ich Schläge und Tritte abwehren kann.

Diese Abwehrtechniken haben auch Einzug gehalten in die Nahkampftechniken von Polizei und Militär.

 

Was bedeutet der Name: Judo

Der Begriff „Judo“ ist zusammengesetzt aus zwei Wörtern.

Ju = sanft, nachgebend, flexibel

Do = Prinzip, Weg

Meist wird das Wort „Judo“ übersetzt als „Der sanfte Weg“. Benutzt wird aber auch die Übersetzung „Der geschmeidige Weg“, die ich persönlich treffender finde.

So weist schon der Name darauf hin, dass in diesem Kampfsport die Technik wichtiger ist als die Kraft. Was auch beschrieben wird durch propagierte Prinzipien wie: „Siegen durch Nachgeben“ oder „maximale Wirkung mit minimalem Aufwand“.

Hier weitere Informationen zum Thema Judo – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Kompletter Unterricht. Im Video (Spieldauer 11:11 Minuten) wird eine komplette Unterrichtseinheit gezeigt. Die 2 Stunden sind auf 11 Minuten zusammengeschnitten worden. Dieser Unterricht ist speziell gedacht für Judoka 35plus.

 

Das Training der Judo Techniken

Der Kampfsport Judo ist heute vor allem Sport und nicht Kampf. Es ist ein Sport, in dem die Kampftechniken so modifiziert wurden, dass sie gefahrlos trainiert werden können.

Judo lernen schon kleine Kinder. Aber auch ältere Erwachsene können noch in diesen Sport einsteigen.Wer Sport treiben darf, der kann auch Judo machen. Judoschulen sind über ganz Deutschland verteilt. Judotraining ist möglich vom Breitensport bis zum Leistungssport.

Judo kann nur mit einem Partner geübt werden. Das bildet Kameradschaft heraus und fördert bei Kindern und Jugendlichen die gegenseitige Erziehung. Nur gemeinsam hat man Erfolg und Spaß.

Geübt und gekämpft wird im Judoanzug (Gi), Barfuß auf der Matte. An dem festen Stoff des Anzugs kann der Gegner festgehalten und geworfen werden, ohne dass er reißt. Da können sich die Judoka richtig austoben.

Gemeinsam werden Techniken gelernt. Denn gesiegt wird durch Technik und nicht durch Kraft.

Im Judo gibt es so viele Techniken, dass ihr Training systematisiert wurde. Kein Judoka kann alle Techniken kennen und schon gar nicht können.

In Gürtelprüfungen wird das Beherrschen der Techniken überprüft. Die Farbe des Gürtels gibt den Ausbildungsstand an, bis zu welchem Grad die Techniken beherrscht werden. Je höher die Graduierung um so schwieriger die Techniken.

 

Judo wird auf drei Ebenen trainiert:

– Einübung der Techniken (Kata)
Eine Technik wird von einem Lehrer erklärt und dann von den Schülern wechselseitig geübt. Das Kata Training gilt als die „Grammatik“ des Judo.

– Übungskampf (Randori)
Die Techniken werden im freien Üben angewendet. Es ist ein spielerischer Kampf. Sieg und Niederlage sind nicht wichtig. Das Üben der Techniken in den unterschiedlichsten Situationen ist wichtig. Tricksen und täuschen ist erlaubt.

– Wettkampf (Shiai)
Daneben gibt es auch offizielle Wettkämpfe, in denen Judoka gegeneinander antreten. Hier geht es wirklich um Sieg oder Niederlage. Dazu gehören die Profikämpfe, aber nicht nur. Der Sieg ist errungen, wenn ein Kämpfer auf den Rücken geworfen wird, er mit dem Rücken für 20 Sekunden zu Boden gedrückt wird oder wenn er aufgibt. Ansonsten wird der Sieger nach Punkten ermittelt.

 

Wie hat sich Judo entwickelt

Judo ist heute eine der bekanntesten und verbreitetsten Kampfsportarten der Welt. In über 150 Ländern wird dieser Kampfsport trainiert. In Deutschland soll es über 250 000 Judoka geben, die in über 2500 Vereinen organisiert sind. Dabei ist dieser Kampfsport noch gar nicht so alt.

Mit dem Aufkommen der Schusswaffen im 16. Jahrhundert begann der Niedergang der traditionellen Kampfkünste in Japan. Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Japaner, sich wieder mehr auf ihre Traditionen zu besinnen. Der Student Jigoro Kano interessierte sich für die alten Kampfkünste. Er merkte schnell, dass die alten Kampftechniken viel zu gewalttätig und zu blutrünstig für die neue Zeit waren. Er stellte aus den alten Kampftechniken ein neues Kampfsystem zusammen.

Dieser neue Kampfsport hatte seine Wurzeln im Jiu Jitsu, der waffenlosen Selbstverteidigung der Samurai. Daraus entfernte Jigoro Kano alle gefährlichen Techniken.

Jigoro Kano eröffnete 1882 seine eigene Schule (Dojo), in der er seinen neuen Kampfsport lehrte. Sein Dojo in Tokio nannte er Kodokan (Ort zum Studium des Weges), seinen neuen Kampfsport nannte er Judo.

Populär wurde der neue Stil durch die Siege in öffentlichen Wettkämpfen, die Judoka gegenüber den Jiu Jitsu Kämpfern errangen.

Bald trainierten auch Polizisten und Soldaten die Judotechniken.

1911 wurde Judo Pflichtfach an allen japanischen Mittelschulen. Mit dem Training sollte die Leibesertüchtigung gefördert werden.

Bei den Sommerspielen in Tokio im Jahr 1964 wurde Judo eine olympische Sportart

Bei den Paralympics wurde Judo im Jahr 1988 aufgenommen, als Sportart für die Blinden und Sehbehinderten. Die sich in diesem Zweikampf von Anfang an berühren.

 

Judo als Selbstverteidigung – Buch: Judo kann geübt werden als Wettkampfsport oder zur Selbstverteidigung. In den Techniken gibt es einige Unterschiede. Dieses Buch widmet sich den Techniken zur Selbstverteidigung.: Judobezogene Selbstverteidigung. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Im Straßenkampf überleben – Buch: Das Wissen, das man nicht im Dojo lernt. Rechtzeitig erkennen, wenn jemand einen unerwartet angreifen will. Wie reagieren, wenn jemand einem böse Blicke zuwirft? Tricks und Geschichten.: Billige Tricks, Hinterhalte und andere Lektionen: Ein grundlegendes Handbuch über die Selbstverteidigung und das Überleben. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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* Sambo – russischer Kampfsport aus Ringen, Judo und Jiu Jitsu

* Kampfsportarten Liste