Kalarippayat – der älteste Kampfsport der Welt baut auf Yoga

Kalarippayat gilt als die älteste Kampfkunst der Welt. Es soll 6000 Jahre alt sein. Es gilt als die heilige, spirituelle Kampfkunst der alten Krieger.

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Kalarippayat entstand in der Region Kerala, an der Südküste von Indien. Die Legende erzählt vom großen Krieger Parasurama. Der schleuderte seine Axt ins Meer, das Wasser wich zurück und das paradiesische Land Kerala tauchte auf. In diesem neuen Land unterrichtete Parasurama dann den Menschen die Kampfkunst Kalarippayat, die er wiederum vom Gott Shiva erlernt hatte.

Der Name „Kalarippayat“ bedeutet ganz unspektakulär „Kampfplatzübung“ (Kalari = Arena, Lehrstätte. Payat = Training.).

Den Bewegungen wird eine Verwandtschaft zum traditionellen indischen Tanz nachgesagt, dem Kathakali, der ausschließlich von Männer getanzt wird. Es gibt sogar eine Theorie, nach der sich dieser Kampfsport aus diesem Tanz entwickelt haben soll. Auf jeden Fall üben heute auch Tänzer und Schauspieler auf der ganzen Welt die ausdrucksstarken und sinnlichen Bewegungen aus dem Kalarippayat Training.

Kalarippayat wird auch als die Mutter aller asiatischen Kampfkünste angesehen. Der legendäre indische Mönch Bodhidharma soll im 6. Jahrhundert die Kampftechniken aus Indien mit nach China gebracht haben. Auf seiner Pilgerfahrt reiste er bis zum Shaolin Kloster, wo er dann die Shaolin-Kampfkunst begründete.

Die Kalarippayat Ausbildung ist eine Einheit aus Kampfkunst, ganzheitliche Fitness und Heilkunst

Kalarippayat ist eine ganzheitliche Körperarbeit, in der die Einheit von Körper und Geist angestrebt wird. Der Körper wird über die Selbstwahrnehmung so umgewandelt, dass er lernt, mit allen Sinnen zu fühlen.

Beim Training wird auf eine Balance geachtet zwischen körperlichen und mentalen Übungen.

In ausgeklügelten Körperhaltungen werden Muskeln, Sehnen und Bänder gelockert und gedehnt.

So werden auch die Energiekanäle des Körpers stimuliert und gereinigt. Der Übende lernt, den Energiefluss im Körper zu verstehen und zu beeinflussen.

Techniken wie Schläge, Tritte und Sprünge werden dann in Partnerübungen trainiert.

 

Die Waffen im Kalarippayat

Kalarippayat ist eine waffenlose Kampfkunst, in der aber trotzdem mit traditionellen indischen Waffen trainiert wird. Es gibt keine eigenen Techniken für die Waffen, da sie lediglich als eine Verlängerung des Körpers angesehen werden. Es ist mehr ein rituelles Training, in dem die Handtechniken verfeinert werden.

Hier weitere Informationen zu dieser alten indischen Kampfkunst: Kalarippayat – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Im Videoclip (Spieldauer 09:37 Minuten) erzählt ein Lehrer für Kalari über seine Erfahrungen. Welche Rolle spielt Yoga in dieser Kampfkunst? Was findest er im Kalari, was ihm beim Yoga fehlt?

 

Kalarippayat ist Yoga als Kampfsport

Kalarippayat hat eine eigene Yoga Tradition, das Kalari Yoga.

Kalarippayat gilt als Innere Kampfkunst. Weil darauf geachtet wird, auch die innere Energie zu nutzen.

Das Geheimnis der inneren Energie liegt in den Kampfstellungen. Diese Kampfstellungen sind spezielle Yoga Positionen. Wenn sie eingenommen werden, fließt eine starke Energie durch den Körper. Dehnbarkeit und Beweglichkeit des Körpers werden gefördert. Der Kämpfer bewegt sich anschließend schneller und müheloser.

 

Im Videoclip (Spieldauer 06:14 Minuten) sind Eindrücke zu sehen von der Kalari Ausbildung in Indien. Wie sieht das traditionelle Training aus?

 

In drei Punkten unterscheidet sich Kalarippayat vom „normalen“ Yoga:

– Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht nach Innen sondern nach Außen. Die sinnliche Wahrnehmung wird sensibilisiert und ausgedehnt.

– Kalarippayat ist Yoga in Bewegung. Die Bewegungen sind ein ständiges Gleiten von einer Yoga-Stellung in die andere. Durch diesen ständigen Wechsel wird eine energetische Wirkung nach der anderen erzielt. Dieses Prinzip erinnert an das Üben von Tai Chi Chuan.

– Im Gegensatz zum statischen Yoga gibt es im dynamischen Kalarippayat Partnerübungen.

 

Kalari Massage

Zum Kampftraining gehört auch eine Massage. Unterstützt durch medizinische Massageöle werden die Energiebahnen (Nadis) und die Energiepunkte (Marmas) stimuliert. So wird die Körperarbeit unterstützt beim Lösen von Blockaden, beim Dehnen und Lockern.

Das Wissen um die Energiepunkte aus der Massage wird wiederum auch für die Kampftechniken genutzt. In einem Kampf wird dann gezielt auf die Energiepunkte geschlagen.

 

Kalari Ayurveda

Die Meister im Kalaripayat waren auch immer Ärzte. Sie waren die ersten Physiotherapeuten. Sie nutzten dafür ihr Wissen um die menschliche Anatomie und um die Stimulierung der Energiepunkte. Mit ihren im Ayurveda verwurzelten Kalari Massagen heilten sie Verletzungen und Beschwerden. Diese ganz speziellen Ayurveda Massagen werden inzwischen auch in der westlichen Welt immer populärer.

 

Der neue Kalari Fitness-Trend

Auch die Fitnesswelt hat Kalarippayat für sich entdeckt.

Dabei stehen aber die Kampftechniken nicht mehr im Mittelpunkt. Es geht um die Qualität der Übungen als reine Fitness-Methode, ähnlich wie beim Thai Bo.

Dieser Workout wird einfach genannt: Kalari .

Der Kalari Workout ist eine Kombination aus Yoga-Stellungen, Kicks und komplexeren Bewegungsfolgen. Dieser Workout wird angepriesen als eine Yoga-Form, bei der man ins Schwitzen kommt. Es wird eine Kondition aufgebaut, die es sonst beim Yoga nicht gibt.

Hier ein Text über Kalarippayat im Sportstudio: Hier kommt der Kick. Einst traditionelle Kampfkunst – heute ein Fitness-Trend. – Pdf-Text

 

Schulen

* Kalarippayat (für alle Level) mit Hendrik Unger in Berlin: www.marameo.de

* SUTRA Collective in Hamburg: www.sutra-collective.de

* Kadgamala Organisation e.V. mit Sitz in 25746 Heide aber auch vielen Ablegern in Deutschland und Österreich: www.kadgamala.de

* Atha Yogastudio in Wien: www.athayoga.at

 

Kalarippayat Geschichte und Konzept – Buch (Englisch): Woher kommt diese Kampfkunst? Was wird mit ihr trainiert? Worin besteht die Faszination, die bis heute von ihr ausgeht?: Kalaripayat: The Martial Arts Tradition of India. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Welche Notwehr-Waffen sind erlaubt? - Buch: Was freie Waffen sind. Wann man sie erst einsetzen darf. Warum selbst Schutzausrüstung verboten ist.: Ratgeber Freie Waffen: Schlagwaffen | Hieb- und Stichwaffen | Wurf- und Schleuderwaffen | Bogenwaffen | Schusswaffen | Reizstoffwaffen | Elektroimpulswaffen uvm. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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