Krav Maga – Selbstverteidigung aus Israel mit Kampftechniken aus aller Welt

Krav Maga ist das hebräische Wort für Nahkampf (wörtlich: „Kontakt Kampf“).

Krav Maga ist das Nahkampfsystem der israelischen Armee – aber es ist auch viel mehr.

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Es wurde im Lauf der Zeit an immer mehr Bereiche angepaßt. Viele ganz normale Menschen lernen heute Krav Maga, um sich verteidigen zu können.

Krav Maga Unterteilung und Herkunft

Krav Maga wird heute weltweit unterrichtet. Die Ausbildung ist in drei große Bereiche unterteilt.

– Militär, einschließlich der Einzelkämpfer

– Polizei und weiteres Sicherheitspersonal wie beispielsweise den Personenschutz

– Privatpersonen, auch mit speziellen Ausrichtungen wie beispielsweise Kindertraining oder Sicherheit für Frauen durch die Abwehr sexueller Übergriffe

 

In diesem Text geht es vor allem um das Krav Maga für Zivilisten.

Es ist eine reine Selbstverteidigung, die sich aus den Kampfsportarten und Kampfkünsten dieser Welt pragmatisch bedient.

Jeder kann Krav Maga schnell lernen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Kondition oder Vorkenntnissen.

Das Ziel des Trainings ist nicht, zum besten Schläger aller Zeiten zu werden. Das Ziel ist, sich selbst und anderen in einer Gefahrensituation helfen zu können. Da möglichst heil wieder heraus zu kommen.

Bedrohungen erkennen, realistisch einschätzen, sie entschärfen oder sich ihnen zu entziehen. Nicht siegen sondern sicher flüchten zu können.

 

Im Video (Spieldauer 01:14 Minuten) wird ein besonders Training gezeigt. Nach einem anstrengenden Stress-Drill immer noch voll bereit zu sein zur Selbstverteidigung. So wie es in einer alltäglichen Situation passieren kann.

 

Die Entstehung von Krav Maga

Mit der Gründung des Staates Israel (1948) wurde Imi Lichtenfeld zum Nahkampfausbilder der neuen israelischen Armee.

Er entwickelte ein völlig neues Nahkampfsystem, das den israelischen Erfordernissen Rechnung trug.

In Israel gibt es eine allgemeine Wehrpflicht. Diese trifft sowohl Männer als auch Frauen. Die Wehrpflicht hört auch nicht mit dem Ende der Militärzeit auf. Alle bleiben Reservisten. In Krisen können diese Zivilisten jederzeit wieder eingezogen werden.

Für so eine Armee braucht es ein besonderes Nahkampfsystem. Es muss schnell zu lernen sein und auch ohne regelmäßiges Training jederzeit wieder abgerufen werden können, wie die Fähigkeit Fahrrad zu fahren auch nie mehr verlernt wird. Es muss erweiterbar sein, so dass es Berufssoldaten und Reservisten gleichermaßen beherrschen können, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Es sollte auch unabhängig sein von er körperlichen Fitness, die ein Übender mitbringt.

Bei der Zusammenstellung seines neuartigen Nahkampfsystems kam Imi Lichtenfeld seine Erfahrung zugute. Er hatte schon in den 1930er Jahren in der Tschechoslowakei als Mitglied einer Jugendgruppe seinen Mitbürgern bei der Abwehr antisemitischer Übergriffe geholfen. Dafür hatte er Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten zusammengestellt. Dabei konnte er lernen, dass manche Kampftechniken auf der Straße funktionieren und andere nicht.

Dieses neue Nahkampfsystem „Krav Maga“ kam so gut an, dass es von immer mehr Sicherheitskräften übernommen wurde. Personenschützer, Polizei und Sicherheitsdienste übernahmen diese Techniken. Nicht nur in Israel, auch in vielen anderen Ländern.

Schließlich kamen auch Selbstverteidigungskurse für Zivilisten dazu.

Die Techniken werden je nach Einsatzgebiet angepaßt. Ein ständiges Feedback verändert auch ständig den Unterricht. Krav Maga entwickelt sich immer weiter. Treten neue Arten von Bedrohungen auf, werden passende Lösungen entwickelt.

Hier mehr Informationen zum Thema: Krav Maga – beim freien Lexikon Wikipedia

 

Krav Maga Techniken

Die Lehrmethode orientiert sich am Proben von Situationen. So realitätsnah wie möglich.

Es werden keine Formen gelehrt, es werden keine Wettkämpfe ausgetragen, es gibt keine Regeln.

Geübt wird alles, vom Rollenspiel bis zum Mugging Training (Training mit einem gepolsterten Schutzanzug).

Wie wird eine Gefahr frühzeitig erkannt? Mit welchem Verhalten kann einem Konflikt ausgewichen werden?

Wie kann eine Situation verbal deeskaliert werden?

Wie verändert die Örtlichkeit auf eine Situation? Wo liegen die Unterschiede zwischen einem engen Treppenhaus und einem Waldweg? Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Konflikt auf der Straße oder in einem Auto?

Das Training wird noch verstärkt durch ein intensives Üben unter Stress. Der in einem realen Konflikt auftretende Stress wird im Krav Maga Training simuliert durch körperliche Anstrengung oder durch einen aggressiv fordernden Instruktor.

So werden Ängste und Hemmschwellen abgebaut.

 

Im Video (Spieldauer 12:49 Minuten) werden Techniken für den Straßenkampf gezeigt. Im speziellen die Abwehr von Angriffen mit dem Messer. Die Techniken werden vorgeführt und kommentiert.

 

Wenige und einfache Kampftechniken

Im Unterschied zu vielen Kampfsportarten ist die Anzahl der Kampftechniken im Krav Maga bewusst niedrig gehalten. Je weniger Techniken zu lernen sind, umso geringer ist auch der Trainingsaufwand.

Die wenigen Techniken sind bewußt einfach gehalten und damit leicht zu lernen. Körperliche Fähigkeiten wie eine besondere Kraft oder eine große Beweglichkeit sind nicht erforderlich.

Aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten wurden die Techniken zusammengestellt, die mit minimalstem Aufwand den maximalen Erfolg erzielen. Dazu gehören Hebel, Tritte oder Schläge mit Handballen, Ellbogen oder Knie.

Auch der Einsatz von Alltagsgegenständen zur Selbstverteidigung gehört zum Training. Ebenso der Einsatz der Stimme.

 

Krav Maga nutzt die Reflexe

Selbstverteidigung muss abrufbar sein, wenn es drauf ankommt!

So ein Verteidigungssystem hat der Körper schon. Es sind die natürlichen Abwehrreflexe, die in jedem Menschen vorhanden sind.

Da setzt die Krav Maga Ausbildung an. Es werden die Reflexe des Menschen genutzt und weiter ausgebildet.

Dieser Teil des Trainings geht zurück auf Moshe Feldenkrais, dem Begründer des Feldenkrais-Systems.

Das Reflextraining hat einige Vorteile:

– Es muss nicht viel gelernt und trainiert werden.

– Die Techniken bleiben lange in Erinnerung, weil sie im Unterbewußtsein verankert sind.

– Selbst unter extremem psychischem Druck sind diese Techniken schnell und sicher abrufbar. Sie kommen wie von selbst.

– Bei Überraschungsangriffen kommt die Abwehr ganz automatisch. Bevor das Bewußtsein überhaupt realisiert hat, was gerade passiert.

 

Krav Maga lernen vom Praktiker – Buch: Unter anderem ist in diesem Buch auch das Kapitel „Entwaffnungstechniken“. Es bietet dafür drei Techniken an: die Schnelle, die Starke und die Clevere. Daneben gibt es Kapitel wie das Befreien aus Haltegriffen, extreme Selbstverteidigung wie Bohren oder Beißen, das Kämpfen in engen Räumen und anderes mehr.: Krav Maga Entwaffnungstechniken. Buch. – ansehen bei Amazon

 

Im Straßenkampf überleben – Buch: Das Wissen, das man nicht im Dojo lernt. Rechtzeitig erkennen, wenn jemand einen unerwartet angreifen will. Wie reagieren, wenn jemand einem böse Blicke zuwirft? Tricks und Geschichten.: Billige Tricks, Hinterhalte und andere Lektionen: Ein grundlegendes Handbuch über die Selbstverteidigung und das Überleben. Buch. – ansehen bei Amazon

 

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