Shaolin Kung Fu – der Spagat zwischen Mythos und Realität

Shaolin Kung Fu in Aktion. Auf dem Bauch wird eine Steinplatte zertrümmert. Auf dem Kopf wir eine Eisenstange zerbrochen. Ein Speer biegt sich, während seine Spitze gegen die Kehle eines Mönches drückt.

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Das verbinden viele Menschen mit Shaolin Kung Fu. Äußerste Körperbeherrschung, die bis an den Rand des Vorstellbaren geht.

Doch wo kann ich diese Fähigkeiten lernen? Wenn ich nicht gerade einer der öffentlich vorführenden Mönche bin: gar nicht. Und wozu auch?

Die Geschichte des Shaolin Kung Fu

Das Shaolin Kloster gilt als die legendäre Geburtsstätte des Kung Fu.

Es liegt auf dem mittleren der fünf heiligen Berge des Daoismus, dem Song Shang.

Der indische Mönch Bodhidharma (chinesisch: Da Mo) ließ sich im Jahre 527 für ein paar Jahre im Shaolin Kloster nieder. Er legte den Grundstein für Zen und Kung Fu.

Für 1.500 Jahre entwickelte sich das Shaolin Kung Fu, bis es in unserer Zeit zum großen Teil zerstört wurde.

Die japanischen Invasion, der chinesischen Bürgerkrieg, die Kulturrevolution zerstörten das Kloster und vertrieben die Mönche. Mit ihnen verschwand ihr Wissen.

Das Kloster war schon fast vergessen, als amerikanische Kung Fu Filme es wiederentdeckten. Besucher kamen, um es selbst zu besichtigen.

Die chinesische Regierung erkannte das Potential und hauchte dem Kloster wieder Leben ein. Das Kloster wurde wieder aufgebaut, Mönche füllten es mit Leben. Inzwischen gehört es zum Weltkulturerbe.

 

Im Video (Spieldauer 14:06 Minuten) werden in einer öffentlichen Vorführung Techniken und Übungen demonstriert. Es werden körperliche Fähigkeiten gezeigt, auch mit unterschiedlichen Waffen.

 

Was bedeutet der Name Shaolin Kung Fu

Shaolin = kleiner Wald
Die Mönche hatten gerade rund um das Kloster Bäume gepflanzt, als es begann berühmt zu werden.

Kung Fu = hart arbeiten

Manchmal wird für Shaolin Kung Fu auch gesagt Shaolin Quanfa. Das bedeutet übersetzt Shaolin Faust.

 

Im Video (Spieldauer 03:45 Minuten) wird ein Flacheisen auf dem Kopf zerbrochen und Ziegel mit der Handkante durchschlagen.

 

Moderne Vermarktung

Das Shaolin Kung Fu ist eine Geldquelle geworden.

Touristen besuchen das Kloster.

Es gibt Schüler aus aller Welt. Sie zahlen für den Unterricht.

Der Markenname wird verwertet. Es gibt 40 Kulturzentren mit dem Namen Shaolin Kung Fu in aller Welt.

Die Kung Fu Shows pflegen den Nimbus Shaolin und bringen gleichzeitig Geld ein.

 

Wie lernt man Shaolin Kung Fu

Shaolin Kung Fu ist nicht ein Stil, es sind hunderte Stile. Es ist ein Oberbegriff für ein ganzes Universum an Kampftechniken.

Dazu zählen die Tierstile. Zuerst sind da die „Fünf Tierfäuste“ (Drache, Schlange, Tiger, Leopard, Kranich).
Schlangen Stil Kung Fu auf diesen Seiten

Daneben gibt es aber noch andere Tierstile: Gottesanbeterin, Adler, Affe, Storch, Löwe, Skorpion, …

Mit jedem Tier werden andere Fähigkeiten trainiert. Dem Mönch ist kein Wesen zu gering, als dass er nicht von ihm lernen könnte.

Daneben gib es die Waffen Formen: Schwert, Säbel, Speer, Langstock, Hellebarde …

Es gibt Übungen zur Körperertüchtigung wie das Yi Jin Jing Qigong, mit dem Muskeln, Sehnen und Bänder gleichzeitig gekräftigt und entspannt werden.

Und es gibt Übungen, mit denen der Körper abgehärtet wird.

Hier weitere Informationen zum Thema: Shaolin Kung Fu – beim freien Lexikon Wikipedia

 

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