Thaiboxen – härtester Kampfsport, optimales Fitnessprogramm

Thaiboxen (Muay Thai) ist ein Kampfsport der Superlative. Es gilt als einer der ältesten, härtesten und effektivsten Stile überhaupt. Es gehört zu den Top Stilen in den Mixed Martial Arts.

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Muay Thai ist ein Wettkampfsport, bei dem es richtig zur Sache geht. Es ist ein reiner Männersport – einerseits.

Thaiboxen wird aber auch nur für die Fitness geübt, ohne jeglichen Kampf. Hier sind die Frauen führend. Für die Selbstverteidigung sind die Techniken auch beliebt.

Thaiboxen ist der Stil mit den acht Körperwaffen

Muay Thai wird auch genannt die „Wissenschaft der 8 Gliedmaßen“. Weil in diesem waffenlosen Kampfsport mit den „acht Körperwaffen“ gekämpft wird. Es wird gekämpft mit je zwei Fäusten, Ellbogen, Knien und Schienbeinen.

Stöße mit dem Ellbogen sind erlaubt, die in allen anderen Kampfsportarten verboten sind. Sie werden oft gegen den Kopf geführt und sind sehr gefährlich. Die Ellbogentechniken sorgen dafür, dass es sich ein Kämpfer genau überleben muss, ob er seinem Gegner wirklich zu nahe kommen will.

Kniestöße sind eine weitere Technik, die in anderen Kampfsportarten nicht erlaubt ist. Die Kniestöße können bis in die Höhe der Rippen treffen. Sie können auch den Kopf treffen, wenn es gelingt, diesen nach unten zu drücken. Die Knietechniken werden intensiv geübt an Thaipads und mit dem Bellyprotector.

Im Thaiboxen ist es auch erlaubt zu Clinchen, den Gegner festzuhalten. In einem solchen Nahkampf kommen dann Ellbogen und Knie zum Einsatz – oder ihre Anwendung wird verhindert. Das hängt ganz von der Technik ab.

Ebenso gefürchtet sind auch die Tritte mit dem Schienbein. Beim Lowkick wird mit dem Schienbein gegen der Oberschenkel des Gegners getreten. Es wird aber auch der Schienbeintritt gegen die Rippen praktiziert. Das Schienbein wird dafür abgehärtet mit einem langen Training am Sandsack.

Dazu kommen all die anderen Techniken mit Hand und Fuß, die in diesem Kampfsport erlaubt sind und eifrig praktiziert werden.

 

Im Video (Spieldauer 06:17 Minuten) erklärt ein Mann, wie er diesen Kampfsport praktiziert. Was für Schläge und Tritte erlaubt sind. Warum Techniken mit Ellbogen in Europa verboten sind. Warum er so selten Kicks macht.

 

Der brutale Wettkampf als Markenzeichen vom Thaiboxen

Der Zweikampf ist beim Thaiboxen freiwillig. Niemand muss in den Ring steigen.

Allerdings ist Thaiboxen ein Wettkampfsport und das wahre Kampftraining beginnt im Ring.

Mit einer Schutzausrüstung werden die Techniken in realistischen Situation ausprobiert. Zu Schutzausrüstung gehören Boxhandschuhe, Bandagen, Mundschutz, Tiefschutz, Bauchschutz, Schienbeinschoner und Fußbandagen.

Es gibt die Wettkämpfe zwischen den Amateuren und es gibt die Kämpfe im Profibereich. Bei den Profis geht es noch um einiges härter zu.

Ein Kampf geht über maximal fünf Runden je drei Minuten. Es sei denn, es gab vorher ein K.O. Ansonsten entscheiden die Ringrichter über Sieg und Niederlage.

Der Thaiboxer hat die Möglichkeit, sich hinter einem Schutzschild zu verbergen. Er kann mit Ellbogen, Unterarmen und Knien einen „wall of defense“ bilden.

Die Ringrichter vergeben um so mehr Punkte, je aggressiver die Techniken sind. Wer sich bis zum Schluss erfolgreich verteidigt, hat trotzdem verloren, wenn er dabei nicht aktiv kämpft.

 

Das Intervall-Training ist das Geheimnis der Kondition

Ein Muay Thai Kampf erfordert eine große Kondition und präzise Techniken. Dafür wurde ein intensives und zeitsparendes Training entwickelt. Es wird in Intervallen trainiert.

Ein paar Sekunden wird eine Übung locker trainiert, ein paar Sekunden äußerst intensiv und ein paar Sekunden wird geruht.

Die wichtigsten Trainingsgeräte sind dabei das Springseil, ein Partner mit Schlagpolstern und der Boxsack.

Eine Einheit geht nicht länger als eine Stunden und trotzdem weiß man hinterher, was man gemacht hat. Die Belastungsgrenze wird ausgereizt. Je schlechter eine Technik beherrscht wird, umso mehr Kraft erfordert sie.

 

Im Video (Spieldauer 03:56 Minuten) erklärt ein Kämpfer den richtigen Kampfstand. Wie der Oberkörper gehalten wird. Wie der Kopf gehalten wird. Welche Position die Beine und Arme haben.

 

Thaiboxen als reine Fitnessübung (Muaythai Crosstraining)

Ohne eine entsprechende Fitness hält ein Thaiboxer nicht lange durch. Darum sind die Fitnessübungen auch das Fundament des Trainings.

Das Fitness Thaiboxtraining ist eine Ganzkörpergymnastik, die auch von vielen Menschen trainiert wird, die nicht in den Ring wollen.

Dieses spezielle Fitnesstraining hat mit dazu beigetragen, dass dieser Stil so populär geworden ist.

Dieser asiatische Ganzkörper-Workout ist auch der Grund dafür, dass so viele Frauen den Weg zu diesem brutalen Kampfsport gefunden haben.

In einer Trainingseinheit werden alle Muskelgruppen gefordert – intensiv und in kurzer Zeit. Es werden dabei viele Kalorien verbrannt.

 

Thaiboxen zur Selbstverteidigung (Pongkan Tua)

Thaiboxen ist in vielen Ländern Bestandteil des Trainings von Polizei und Armee; offiziell oder auf eigene Initiative. Es gibt aber auch ein spezielles Training zur Selbstverteidigung für Jedermann und Jederfrau.

Für Frauen haben die Techniken noch einen besonderen Vorteil. Wenn eine Frau von einem starken Mann umklammert wird, kann sie nicht mehr viel machen. Mit Thaiboxen hat sie in einer solchen Situation die Möglichkeit, mit Ellbogen und Knie wieder die Oberhand zu gewinnen.

 

Thaiboxen und seine Geschichte

Thaiboxen wurde in Thailand entwickelt und ist dort der Nationalsport. Es hat dort die gleiche Bedeutung wie in Deutschland der Fußball.

In seiner Heimat Thailand wird dieser Kampfsport genannt „Muay Thai“, was übersetzt bedeutet „freies Boxen“ (Muay = Boxen und Thai = frei).

Drei große Einflüsse haben diesem Kampfsport wie in einem Schmelztiegel entstehen lassen. Buddhistische Mönche haben die alte, waffenlose thailändische Kampfkunst Muay Boran erschaffen. Einwanderer aus China brachten die dortigen Kampftechniken mit. Das Militär suchte sich die brauchbarsten Techniken für das Nahkampftraining heraus, damit sich die Soldaten in Notfall auch ohne Waffen verteidigen konnten.

Der weltweite Siegeszug dieser Kampfkunst begann im 20. Jahrhundert. Mit der Einführung öffentlicher Wettkämpfe begann die Wandlung zu einem Kampfsport. Es wurden feste Regeln aufgestellt. Die Kämpfe fanden in einem Ring statt. Es gab Runden und Gewichtsklassen. Boxhandschuhe wurden eingeführt.

Es kamen immer mehr Zuschauer zu den Kämpfen. Schließlich wurden ganze Hallen gefüllt. Dann kamen regelmäßige Fernsehübertragungen, die wiederum zu einer weltweiten Verbreitung beitrugen.

Hier weitere Informationen zum Thema Muay Thai – beim freien Lexikon Wikipedia

 

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