Wing Chun – Selbstverteidigung durch Einsatz der Reflexe

Beim Wing Chun geht es um Selbstverteidigung durch einen Angriff. Den Kampf so schnell als möglich zu gewinnen.

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Den Gegner innerhalb von Sekunden kampfunfähig machen. Egal wir groß oder kräftig der Gegner ist. Egal wie gut dabei meine Kondition ist. Dafür nutzt dieser Kung Fu Stil die Fähigkeiten, die in jedem Menschen schlummern.

Wing Chun ist kein Wettkampfsport, es ist eine Selbstverteidigung für die Schwächeren. Der Übende muss keine Voraussetzungen erfüllen an Kraft oder artistisches Können. Es gibt spezielle Übungsgruppen für Frauen, Kinder, Jugendliche und Senioren.

Die Wing Chun Techniken bauen auf eine Ökonomie der Bewegung. Überflüssige Bewegungen werden weggelassen. Die Bewegungen sind einerseits einfach und andererseits flexibel. Mit einem minimalem Kraftaufwand erreiche ich dann eine maximale Durchschlagskraft. Trainiert wird dabei die Bereitschaft, sich auf seinen Körper einzulassen. Die Bewegungen entstehen aus Instinkt und Reflexen.

Das Wing Chun Programm ist so aufgebaut, dass es schnell Erfolge bringt. Bereits nach kurzer Zeit sind dann die Fähigkeiten zur Selbstverteidigung verbessert. Diese Fähigkeiten steigern sich dann immer weiter.

 

Das Video (Dauer 13:03 Minuten) erklärt im Folgenden diese Kampfkunst erklärt. dazu gehört eine Beschreibung der Geschichte und der Techniken. In den Bildern sind Eindrücke vom Training in einem Kampfkunstcenter zu sehen.

 

Wing Chun lernen beginnt mit Körpersprache lesen

Zu den grundlegenden Techniken, die von Anfang an geübt werden, gehört es, die Körpersprache des Gegners zu lesen. Dazu auch seine Absichten zu erkennen.

Bevor es zum ersten Körperkontakt kommt, übernehmen die Augen diese Aufgabe.

Mit dem Körperkontakt beginnen Hände und Arme damit, den Gegner zu „lesen“. Die fühlen dann die Absichten und Schwächen des Gegners.

Um diese Fähigkeit zu erlangen, gibt es ein spezielles Reflextraining. Dieses Reflextraining ist enthalten in der Partnerübung „Klebende Hände“ (Chi Sao) oder auch genannt „Klebende Arme“.

In vorgegebenen Arm- und Handbewegungen wird geübt, den Gegner zu „hören“. Es wird dabei nach Schwachstellen des Gegners gesucht und diese instinktiv genutzt. Gleichzeitig werden auch Täuschungsmanöver sofort erkannt.

Nach einiger Zeit des Trainings können dann alle Teile des Körpers unabhängig voneinander reagieren.

Die Chi Sao Übung kann auch mit verbundenen Augen praktiziert werden. Unter Zurücknahme von Augen und Bewußtsein wird das Üben dabei ganz den Reflexen überlassen. So wie in einem schnellen Nahkampf Augen und Verstand keine guten Entscheidungen mehr treffen können und nur Zeit kosten.

 

Wing Chun bedeutet Angriff und nichts als Angriff

Das Ziel von Wing Chun ist der sofortige Sieg. Deshalb ist die primäre Technik im Wing Chun der sofortige und ununterbrochene Angriff, bis der Sieg errungen ist.

Eine Technik dafür ist der Kettenfauststoß. Der Kämpfer läßt dazu ein Feuerwerk an Schlägen los. Bis zu acht Schlägen pro Sekunde können ausführt werden. Dazu gehören Schläge mit der Faust und der Handkante und Stiche mit dem Finger. Es geht nicht um einzelne, gut gezielte Schläge. Es geht um eine Vielzahl an Schlägen wie aus einem Maschinengewehr.

Auch Tritte gehören zum Angriff. Die greifen den Unterkörper des Gegners an. Ziele sind dann Schienbein, Knie oder Unterleib.

Der Angriff beginnt, sobald der Gegner in Reichweite ist.

Es wird sofort der Körper angegriffen, wenn dieser frei steht.

Hält der Gegner die Arme schützend vor sich oder greift mit ihnen an, dann werden zuerst die Arme angegriffen, bis schliesslich der Weg zum Körper frei ist.

Wenn sich der Gegner zurück zieht, dann folge ich ihm.

Nachgegeben wird nur an den Stellen, an denen die Kraft des Gegners größer ist.

 

Die Formen trainieren die Techniken

Die Angriffstechniken trainiert der Kämpfer in den Formen. In den Formen lernt jeder Übende für sich allein.

Durch die sich immer wiederholenden Übungen übernimmt man Reflexe, die man dann in einem Kampf instinktiv einsetzten kann.

Es gibt verschiedenen Formen, von denen dann jede eine bestimmte Zielrichtung hat.

Die isolierten Armbewegungen lehrt die Form: Siu Nim Tau.

Komplexe Armbewegungen im Zusammenspiel mit ersten Fußtechniken lehrt die Form: Chum Kiu.

Kondition, Koordination und Schlagkraft lehrt die Form: Kuen To.

Die Lockerung der Gelenke trainiert die Form: Biu Jee.

Die Schritte und Tritte trainiert die Form: Saam Sing Chong.

Dann folgen die Übungen an der Holzpuppe in der Form: Mook Yan Chong.

Schließlich folgen die Übungen mit dem Partner.

Wettkämpfe mit einem Punktesystem gibt es keine, da die Verletzungsgefahr zu groß ist und es zudem nur um reine Selbstverteidigung geht.

 

Das Video (Dauer 02:32 Minuten) zeigt im Folgenden eine Holzpuppenform. So kann ich dann die Kung Fu Techniken allein trainieren.

 

Die Waffen im Wing Chun

Wing Tsun ist eine waffenlose Selbstverteidigung. Trotzdem gibt es Waffenformen. Nicht, um mit einer Waffe kämpfen zu können. Das Waffentraining soll jedoch die Fähigkeiten mit der leeren Hand verbessern. Das Training gehorcht immer den gleichen Prinzipien, ob mit oder ohne Waffe.

Hauptsächlich übt man mit den folgenden zwei Waffen.

– Erstens der Langstock-Form (Luk Dim Boon Kwun = Sechs ein halb Punkt Stock).

– Zweitens der Doppelmesser-Form (Baat Jam Do = Acht spaltende Messer).

Ein weiteres, spezielles Übungsgerät zur Verbesserung der Handtechniken sind die leichten Kung Fu Ringe

 

Die Wing Chun Entstehungslegende

Wing Chun ist ein chinesischer Kun Fu Stil, dessen Herkunft in Legenden getaucht ist. Wie die so vieler Stile.

Dieser Kung Fu Stil soll von Frauen entwickelt und weitergegeben worden sein.

Im Mittelpunkt der Legende steht das Fräulein Yim Wing Chun, von der dieser Kampfstil seinen Namen erhielt.

Yim Wing Chun sah sich wegen ihrer Schönheit vielen Nachstellungen ausgesetzt.

Davon erfuhr die in der Nähe wohnende buddhistische Meisterin Ng Mui.

Ng Mui hatte lange im Shaolin Kloster gelebt und nach dessen Zerstörung einen völlig neuen Kampfstil entwickelt, mit dem sich eine Frau auch gegen mehrere Männer zur Wehr setzen kann.

Yim Wing Chun wurde Schülerin von Ng Mui. Sie besiegte von nun an alle Belästiger und trug das System weiter.

Wie es so zugeht, wurde dieser Stil Chun dann im Laufe der Zeit zu einer Männerdomäne.

Weltweit bekannt wurde Wing Chun später durch die Kung Fu Filme mit Bruce Lee, der diesen Stil von Großmeister Yip Man gelernt hatte.

Hier weitere Informationen zum Thema: W i n g C h u n – beim freien Lexikon Wikipedia

Wer diesen Kampfsport lernen möchte, der findet Informationen bei der Europäischen WingTsun Organisation: EWTO
Daneben gibt es aber noch viele andere Wing Chun Anbieter.

 

Der Name und seine Schreibweisen

Wie oben schon beschrieben ist „Wing Chun“ ein Eigenname. Er wird dabei meist übersetzt mit „Schöner Frühling“.

Es kursieren aber auch die Übersetzungen „Ewiger Frühling“, „Lob des Frühlings“ und „Ode an den Frühling“.

Andere Schreibweisen sind ausserdem: Wing Tsun, Yong Chun, Ving Tsun, Ving Chun.

Manchmal spricht man dann auch vom: „Wing Chun Kung Fu“.

Hinter den unterschiedlichen Schreibweisen stehen oft auch handfeste Interessen. Da wollen sich Schulen und Verbände voneinander abgrenzen. Teilweise kam es in einigen Ländern zur Anmeldung von Marken. Die zunehmende Popularität von Wing Chun fordert hier ihren Preis.

 

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5 Postern vermitteln 5 verschiedene Techniken.

Dabei sind Solo-Formen und Anwendungen.

Auch Techniken mit der Holzpuppe sind dabei.

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Für die Arme und auch für die Beine.

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