Kampfsport für Frauen – 11 Stile im Vergleich

Einen Kampfsport für Frauen gibt es eigentlich nicht. Alle Kampfsportarten können von Mann und Frau betrieben werden und werden es auch.

Trotzdem sind Frauen im Kampfsport vergleichsweise wenig vertreten, obwohl sie sonst Vorreiter dafür sind, etwas für sich und ihren Körper zu tun.

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Ein Kampfsport für Frauen muss einige Kriterien erfüllen, damit er auch angenommen wird.

Erfüllt ein Kampfsport diese Kriterien, ist auch der Frauenanteil entsprechend größer.

 

Kampfsport für Frauen – welche Kriterien sind wichtig?

– wenig Körperkontakt
Je mehr Körperkontakt zum Training gehört, umso weniger ist es ein Kampfsport für Frauen.

– keine Wettkämpfe
Wettkämpfe sind für Frauen nicht interessant und stoßen viele sogar ab.

– keine Waffen
So sehr der Umgang mit Waffen die Männer begeistert, Frauen kann man damit nicht hinter dem Ofen hervorlocken.

– viel Fitness
Ein wichtiges Kriterium für einen Kampfsport für Frauen und für Männer. Nur haben Frauen kein Problem damit, dafür den Kampf in den Hintergrund treten zu lassen.

– viel Gesundheit
Ist nicht dasselbe wie Fitness. Nicht alle wollen sich jedesmal völlig verausgaben, bis die Kleidung schweißnass am Körper klebt.

– viel Abnehmen
Beim Üben möglichst viel Fett zu verbrennen.

– schöne Bewegungen
Es gibt sehr ästhetische, geheimnisvoll wirkende Bewegungen in einigen Kampfsportarten. Die auch ein wenig an Ballett erinnern. So etwas zieht Frauen an, im Gegensatz zu den Männern.

– Spaß in der Gemeinschaft
Da haben auch Männer nichts dagegen. Ist für die Frauen aber viel wichtiger.

 

Kampfsport für Frauen – die Favoriten

Welche Kampfsportarten sind bei Frauen besonders beliebt?

Thai Bo – Kampfsport als Fitnesstrend
Kampfsportübungen für das Fitnessstudio ausgewählt und bei lauter Musik getanzt, das in etwa ist Thai Bo. Kämpfe gibt es nicht, sondern nur Fitness. Wurde nicht speziell für Frauen entwickelt, beim Blick in die Klassen sieht man aber nur Frauen.
Thai Bo – Kampfsport Übungen als reines Fitness Programm

 

Wendo – feministische Selbstverteidigung
Im Wendo geht es viel um Selbstverteidigung und wenig um Kampfsport. Es ist eine Selbstverteidigung ausschließlich von Frauen für Frauen. Vor allem wird Selbstbehauptung trainiert und entwickelt, als die wichtigste Verteidigungsmaßnahme.
Wendo – Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen

 

Weißer Kranich Kung Fu – eine Kungfuart beliebt bei Frauen
Das Weißer Kranich Kung Fu enthält Techniken aus den äußeren und den inneren Kampfkünsten. Das bedeutet, dass es keinen Körperkontakt mit dem Gegner gibt. Es gibt nur ein ständiges Ausweichen und im richtigen Moment einmal schnell zuschlagen. Richtiges Kung Fu lernen, ohne unangenehmen Körperkontakt, das hat diesen Kampfsport bei Frauen so beliebt gemacht.
Weißer Kranich Kung Fu – der Kampfstil eines scheinbar schwachen Tieres

 

Wing Chun – das verkannte Frauen Kung Fu
Dieser Kung Fu Stil wurde bekannt durch Bruce Lee. Dadurch wurde er beliebt vor allem bei Männern. Entwickelt wurde Wing Chun aber von einer buddhistischen Nonne. Sie wollte ein System entwickeln, mit dem sich auch körperlich schwache Menschen verteidigen können. Das gilt heute immer noch. Es geht um reine Selbstverteidigung.
Wing Chun – Selbstverteidigung durch Einsatz der Reflexe

 

Kyusho Jitsu – immer auf die schlimmen Punkte
Diese Kampfkunst ist gedacht für alle, die einem Gegner körperlich unterlegen sind. Es geht um reine Selbstverteidigung und nicht um Fitness. Es wird das Wissen um die vitalen Punkte genutzt, auf die gezielt und dosiert geschlagen wird.
Kyusho Jitsu – gezielte Fingerstöße auf die Vitalpunkte

 

Tai Chi Chuan – in Zeitlupe für die Gesundheit
Die meisten Frauen (und Männer) üben Tai Chi für ihre Gesundheit. Viele wissen gar nicht, dass es eigentlich eine Kampfkunst ist. Es braucht auch viele Jahre Training, bis die Bewegungen so beherrscht werden, dass sie zur Selbstverteidigung genutzt werden können. Der Nutzen für die Gesundheit beginnt aber mit der ersten Übungsstunde. Außerdem gibt es im Tai Chi sehr schöne, ästhetische Fächerformen.
Tai Chi Kampfkunst – eine realistische Selbstverteidigung?

 

Capoeira – der Tanz ist das Ziel
Brasilianische Lebensfreude, Bewegungen als Tanz und dazu rhythmische Musik, kein Wunder, dass es im Capoeira einen der höchsten Frauenanteile unter den Kampfsportarten gibt. Capoeira wird zwar als Zweikampf trainiert, es gibt dabei aber keinen Körperkontakt. Capoeira ist mehr ein getanztes Gespräch.
Capoeira – brasilianischer Kampfsport für Kondition, Kreativität und Lebensfreude

 

Aikido – die Energie des Angreifers nutzen
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte Morihei Ueshiba aus den aggressiven und blutigen japanischen Kampfkünsten einen pazifistischen Kampfsport. Einem Angreifer wird so lange ausgewichen, bis er aufgibt. Seine Angriffsenergie wird gegen ihn selbst umgeleitet.
Aikido – ein kreisender Körper spricht mit der Angriffsenergie

 

Baguazhang – die Energie der Kreise
Eine Innere Kampfkunst und ein guter Kampfsport für Frauen. Die Frau steht nie still. Sie kann eine große Kraft loslassen. Die Kraft wird aus der Bewegung geholt und ist in den Verdrehungen des Körper gespeichert. Jedes Ausweichen ist kombiniert mit einem Angriff.
Baguazhang – selbst für viele Gegner nicht zu greifen

 

Krav Maga
Ein Kampfsport aus Israel. Wurde ursprünglich im Ghetto entwickelt, damit auch schwache Personen einem Angriff begegnen können. Wird heute als Selbstverteidigungstechnik für körperlich unterlegene Menschen auf der ganzen Welt gelehrt. Viele Frauen lernen diese Selbstverteidigungstechniken.
Krav Maga – Selbstverteidigung aus Israel mit Kampftechniken aus aller Welt

 

Taekwondo
Ein koreanisches Karate, in dem mehr mit den Beinen trainiert wird als mit den Fäusten. Es wird nicht gegen Menschen getreten, sondern in die Luft und bei Prüfungen gegen Bretter. Es gibt kein Training mit Waffen. Kein Körperkontakt, gut für die Kondition und auch für Bauch, Beine und Po.
Taekwondo – Beinübungen für spektakuläre Fußtechniken

 

Kampfsport für Frauen: der Selbstverteidigungskurs

Im Kampfsport für Frauen nehmen Selbstverteidigungskurse einen ganz besonderen Platz ein. Die Nachfrage hat zugenommen.

Viele Frauen wollen einen Kampfsport lernen, weil sie in der Lage sein möchten, sich wirkungsvoll auf der Straße zu verteidigen. Hier kommt es ihnen auf Effektivität an. Mit wenig Aufwand viel erreichen. Es gibt ihnen nichts, mit Fähigkeiten in einem legendären Stil angeben zu können. Einfache und doch wirkungsvolle Selbstverteidigung ist gefragt.

Frauen sehen einen Selbstverteidigungskurs aber eher wie einen Tanzkurs. Die Grundlagen werden in wenigen Monaten gelernt, dann hören sie wieder auf. Im Gegensatz zu den Männern, die es mehr als Sport ansehen.

Für Frauen ist auch die Atmosphäre und das Niveau der Kurse wichtig. Der pure Inhalt reicht nicht.

Veranstalter sollten sich darauf einstellen, wenn sie Erfolg haben wollen.

 

 

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Eine Übersicht mit weiteren Informationen zu Kampfsportarten ist auf der Startseite zu finden.




Ein Gedanke zu „Kampfsport für Frauen – 11 Stile im Vergleich“

  1. Hallo, bisher fand ich diese Website interessant und informativ.
    Nun jedoch bin ich auf diesen Artikel über Kampfsport für Frauen gestoßen, welcher in mir ein Gefühl von Ärger ausgelöst hat. Meiner Meinung nach ist er sehr verallgemeinert und stereotypisierend geschrieben. Aussagen wie „Je mehr Körperkontakt zum Training gehört, umso weniger ist es ein Kampfsport für Frauen.“ werden dahin gestellt und nicht näher erläutert. Es ist kein Wunder, dass Frauen vielleicht weniger Kontaktsport betreiben (ich kenne keine Statistiken), wenn von ihnen von Anfang an gesagt wird, dass es kein Sport für Frauen ist. Solche Aussagen verhärten Stereotype und Vorurteile; auch in den Köpfen von Frauen. Dann die nächste Aussage „Wettkämpfe sind für Frauen nicht interessant…“ ist wieder verallgemeinert und auch nicht abgemildert durch z.B. „Wettkämpfe sind für VIELE Frauen nicht interessant.“ (Das müsste durch Recherche erstmal belegt werden.) Es wird einfach eine Behauptung aufgestellt.
    Der folgende Satz hat mich wohl am meisten gestört, vor allem, da ich selber an Kampfsport mit Waffen interessiert bin: „So sehr der Umgang mit Waffen die Männer begeistert, Frauen kann man damit nicht hinter dem Ofen hervorlocken.“. Das ist wieder Annahme, die ich so nicht unterstützen kann. Auch die Verbindung von Frauen mit dem Ausdruck „hinter dem Ofen hervorlocken“ finde ich hier mehr als unglücklich gewählt, aber ich will jetzt hier auch nicht die Sexismus-Keule auspacken.
    In dem Abschnitt über Wing Chun finde ich endlich das was ich erwartet habe: „[Ein System mit dem sich auch] körperlich schwache Menschen verteidigen können.“ Es ist nunmal eine biologische Tatsache, dass Frauen im allgemeinen schwächer sind als Männer.
    Ich hätte mir gewünscht, dass der Artikel mehr auf die tatsächlich vorhandenen Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Bereich Kampfsport eingeht und dass mehr durch Studien und Umfragen belegt wird. Als kleinen Tipp könnte man noch die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich miteinbeziehen, da ich den Eindruck habe, dass Kampfsport bei Frauen momentan immer populärer wird.
    Viele Grüße
    Christin

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