Bo Jutsu – der Langstock als Waffe der japanischen Bauern

Bo Jutsu ist ein japanischer Kampfsport mit dem Langstock. Nur wenige Menschen praktizieren heute noch Bo Jutsu. Das hat einen einfachen Grund. Das Üben mit dem Langstock braucht viel Platz und der ist entsprechend selten vorhanden.

 

Davon abgesehen hat Bo Jutsu aber viele Vorteile.

Es sind dazu keine Vorkenntnisse erforderlich. Jeder kann sofort mit dem Training beginnen. Anfänger und Fortgeschrittene finden dabei ihre Übungen.

Es macht schliesslich auch sofort Spaß, den Stock zu Schwingen und zu Wirbeln.

Der Langstock ist ein hervorragendes Übungsgerät für die Kondition. Er knetet den dabei Körper so richtig von innen durch. Sehen und Bänder werden schliesslich flexibler. Alle Muskeln sind zudem gleichzeitig gefordert.

Bo Jutsu ist ein guter Einstieg in die Welt der japanischen Kampfsportarten. Ohne eine große Philosophie oder alte Legenden. Einfach nur ich und der Stock.

Die Bewegungen der Hände in den Stockübungen sind den Techniken der „leeren Hand“ ähnlich. Der Stock wird dabei zu einer erweiterten Hand. Darum wird Bo Jutsu in japanischen Kampfsportschulen dann oft auch als Zusatztraining angeboten.

 

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Das Video (Dauer 01:45 Minuten) zeigt im Folgenden die Abwehr von einem Angriff. Langstock gegen Langstock. Die Entwaffnung ist im Detail erklärt.

 

Bo Jutsu als Kampftechnik der japanischen Bauern

 

Der japanische Kampfsport Bo Jutsu steht nicht in der Tradition der Samurai, also der Ritter. Es waren schliesslich die Bauern, die den Langstock zu ihrer Waffe gemacht haben.

Einen Langstock hatten die Bauern sowieso meist dabei. Mit ihm transportierten sie Lasten. Entweder an jedem Ende ein Träger und die Last in der Mitte, oder bei nur einem Träger den Stock auf der Schulter und die Last zu gleichen Teilen an beiden Enden hängend. Der Langstock war also sowieso schon ein unvermeidliches Übungsgerät.

Im Land der zehntausend Inseln benötigte man Langstöcke oft auch, um mit einem Boot weiter zu kommen.

Eine weiterer Vorteil ist seine Eigenschaft als Distanzwaffe. Da nützt einem Angreifer die beste Bewaffnung nichts, wenn er es dann nicht in die Nähe seines vermeintlichen Opfers schafft.

Bo Jutsu gilt heute als eine Disziplin im Kobudo. Eine Kampfkunst aus Okinawa, welche den Umgang mit den alten Bauernwaffen lehrt.

 

Im Kobudo gibt es aber auch eine Abwehrwaffe gegen die Angriffe mit einem Langstock. Mit den Sai Gabeln konnte ein Schlag erstens abgewehrt, der Stock zweitens eingeklemmt und der Angreifer drittens entwaffnet werden: kampfsportarten-abc.de/kampfsport-waffen/sai-gabeln/

 

Die Waffe: der japanische Langstock

 

Der japanischen Langstock trägt den Namen: „Bo“. Manchmal auch „Kon“ oder „Kun“.

Seine Länge beträgt etwa: 182 cm.

Er ist zuerst gefertigt aus den Materialien: Bambus, Rattan, roter und weißer Eiche.

Die Langstöcke aus Bambus oder Rattan dürfen nicht als Leichtgewichte unterschätzt werden. Mit ihnen kann der Stock Energie aufnehmen und dann blitzartig abgeben wie mit einer Peitsche.

 

Der Name: Bo Jutsu

 

„Bo Jutsu“ bedeutet frei übersetzt „die Kunst des Kampfes mit dem Langstock“.

„Bo“ ist der Langstock.

„Jutsu“ bedeutet „Technik“ oder „Kunst“.

Üblich sind zudem auch noch die Schreibweisen „Bojutsu“ und „Bo-Jutsu“.

 

https://www.youtube.com/watch?v=76aXo2oc4FU

 

Das Video (Dauer 03:55 Minuten) stellt im Folgenden vier Bo-Stäbe vor. Sie sind aus Rattan, Roteiche, Weißeiche und Harz. Welche Vor- und Nachteile haben diese Materialien?

 

Bo Jutsu lernen in drei Stufen: Kihon, Kata und Kumite

 

Das Lernen von Bo Jutsu erfolgt in drei Stufen, wie sie beispielsweise auch aus dem Karate bekannt sind.

 

* Erste Stufe: die Grundschule (Kihon)

Zunächst werden dann die grundlegenden Techniken geübt. Dazu gehören Standpositionen, Handhabung des Stockes, Schlagtechniken, Stoßtechniken, Wirbeltechniken.

 

* Zweite Stufe: das Lernen der Form (Kata)

Dann werden die Katas gelernt, die Bewegungsfolgen. Das sind Solotänze, in denen die Techniken in einem Figurenreigen vereint werden.

Hier ist auch ein Einfluss der anderen japanischen Kampfkünste zu erkennen.

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* Dritte Stufe: Kampftraining (die Kumite)

Anschließend testen Übungen mit dem Partner die Fähigkeiten und erweitern sie.

Vor dem Stockkampf ziehen sich die Kämpfer Schutzausrüstung an und die Langstöcke werden gepolstert. Damit es anschliessend in diesem Zweikampf nicht zu Verletzungen kommt.

Es werden ebenso die Techniken zur Selbstverteidigung geübt, wie vor allem die Techniken für den Angriff.

Manche lernen Bo Jutsu darum auch nur wegen der Partnerübungen.

 

Bo Jutsu in Deutschland lernen

 

Wer in Deutschland Bo Jutsu in einer Schule lernen möchte, der hat dann wohl meistens Pech. Nur wenige Schulen bieten schliesslich dieses Training an. Am ehesten wird man noch fündig, wenn man die Vereine für japanische Kampfkünste abklappert. Einige haben überdies Bo Jutsu als Zusatztraining im Angebot.

 

Hierzu mehr Informationen zum Thema: B o j u t s u – beim freien Lexikon Wikipedia

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Bo Jutsu – der Langstock als Waffe der japanischen Bauern“

  1. Drehe meinen Bo seit einer Woche. Es ist eine schöne Kombination von Konzentration und Koordination. Und danke auch für den informativen Artikel hier. Gruss, @lex

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